Kleben: welches Mittel hält auf welchem Kunststoff
Zwei Hälften zu einem Bauteil, ein Riss wieder zu, ein Modell in Abschnitten gedruckt, weil es sonst nicht aufs Bett passt: in allen drei Fällen gibt der Kunststoff vor, womit gearbeitet wird. PLA, PETG, ABS und Resin verlangen jeweils etwas anderes — und die Fläche darunter muss vorbereitet sein.
Womit du klebst, bestimmt das Material. Zweikomponenten-Epoxid liegt fast überall vorn, weil es Last aufnimmt und einen Spalt überbrückt. Aceton dagegen wirkt ausschließlich auf ABS und ASA, dort dafür sehr gut, und auf PLA oder PETG praktisch gar nicht. Sekundenkleber ist der schnelle Griff für kleine Stellen.
Drei Verfahren stehen zur Auswahl. Cyanacrylat, im Handel als Sekundenkleber, zieht in Sekunden an und haftet auf nahezu jedem Kunststoff. Epoxid mischst du aus zwei Komponenten und musst warten, bekommst dafür die belastbarste und spaltfüllende Naht. Beim Lösungsmittelschweißen wird gar kein Klebstoff aufgetragen: das Mittel weicht beide Flächen an, und unter Druck werden aus zwei Teilen eines. Voraussetzung ist ein Kunststoff, den das Mittel überhaupt angreift, ABS in Aceton etwa. Weil dabei ein entzündlicher Stoff im Spiel ist, gilt der sichere Umgang mit chemischen Stoffen. Wir drucken mit FDM und SLA; ein zu großes Modell zerlegen wir, beschreib einfach, wie das fertige Teil aussehen soll.
Kleberwahl nach Kunststoff
Erfahrungswerte als Einstieg. Unabhängig vom Mittel gilt: Flächen entfetten und leicht aufrauen.
Sekundenkleber setzt Dämpfe frei, die Augen und Atemwege angreifen. Aceton brennt, und sein Dampf sammelt sich am Boden, weil er schwerer ist als Luft. Epoxid kann die Haut sensibilisieren. Also: Fenster auf oder Absaugung an, Nitrilhandschuhe und Schutzbrille tragen, nichts davon neben eine Zündquelle stellen. Vorher das Sicherheitsdatenblatt (SDB) des Produkts lesen. Reste kommen zum Wertstoffhof oder zum Schadstoffmobil der Kommune, niemals in den Abfluss.
Cyanacrylat, Epoxid, Aceton
Cyanacrylat greift sofort, auch auf PLA, und genau darin liegt sein Wert: fixieren und weitermachen. Belastbar ist so eine Naht allerdings kaum, sie bricht spröde, und einen Spalt füllt sie nicht. Sitzen die Flächen nicht sauber aufeinander, taugt das Mittel nichts.
Epoxid ist das Gegenteil: anmischen, auftragen, warten. Dafür bekommst du Zähigkeit, Tragfähigkeit und eine Fuge, die kleine Unebenheiten ausgleicht. Bei allem, was Kraft aufnimmt oder über eine größere Fläche zusammenhält, ist das die erste Wahl.
Aceton auf ABS oder ASA ist kein Klebstoff, sondern ein Weichmacher auf Zeit. Die angelösten Flächen fließen ineinander, nach dem Trocknen sitzt dort praktisch ein Stück Material — fester wird es nicht. PLA und PETG bleiben davon unbeeindruckt, für die zwei bleiben Cyanacrylat und Epoxid. Bei Resin gibt es einen eigenen Weg: ein Tropfen ungehärtetes Harz in die Fuge, UV-Licht darauf, fertig.
Ohne Vorarbeit hält keine Naht
Mehr als die Wahl des Mittels entscheidet, was vorher mit den Flächen passiert. Fett und Fingerabdrücke verhindern Haftung, also zuerst entfetten. Danach mit feinem Papier kurz überziehen, bis die Fläche matt und leicht rau ist; glänzend glatt ist der schlechteste Untergrund. Das Vorgehen dazu steht unter Schleifen. Prüf außerdem, wie gut die Teile ineinandergreifen: Cyanacrylat verlangt nahezu fugenlose Flächen, Epoxid verzeiht einen kleinen Spalt.
Beim Fügen gilt dünn und gleichmäßig, nicht viel. Zusammendrücken, dann halten, bis die Anfangsfestigkeit steht — bei größeren Teilen mit Klemmen oder Klebeband, sonst wandert die Fuge beim Aushärten. Rechne mit den Zeiten: Sekunden bei Cyanacrylat, Minuten bis Stunden bei Epoxid, bis die volle Festigkeit erreicht ist.
Modelle in Abschnitten drucken
Ist ein Modell größer als das Bett oder wegen seiner Geometrie schwer zu drucken, wird es zerlegt und nach dem Druck zusammengesetzt. So entsteht ein Messemodell für ein Konstruktionsbüro genauso wie ein Ersatzstück für eine ältere Maschine in der Zerspanung. Worauf es dabei ankommt:
- Die Trennung dorthin legen, wo sie später kaum zu sehen ist und wenig Last trägt.
- Stifte und Bohrungen oder angedruckte Laschen vorsehen — sie halten die Abschnitte in Position und geben der Fuge zusätzlich Fläche.
- Für Verbindungen unter Last Epoxid statt Cyanacrylat: es überbrückt Spalte und trägt mehr.
- Bohrungen und Passungen hinterher auf Maß bringen, siehe mechanische Nachbearbeitung.
- Die Fuge spachteln oder füllern, plan schleifen und anschließend grundieren und lackieren — dann ist sie weg.
Ein Hinweis beim Hochladen genügt, dass das Modell geteilt werden darf; Aufteilung und Ausrichtung nehmen wir dann beim Druckfertigmachen mit.
Was Kleben möglich macht
- Bauteile jenseits der Bettgröße
- Reparaturen an vorhandenen Teilen
- Epoxid trägt Last und überbrückt Spalte
- Acetongeschweißte ABS- und ASA-Nähte erreichen die Festigkeit des Materials
Grenzen und Vorsicht
- Das Mittel muss zum Kunststoff passen
- Cyanacrylat bricht spröde und braucht fugenlose Flächen
- Bei PLA und PETG fällt das Lösungsmittelschweißen weg
- Dämpfe verlangen Lüftung und Schutzausrüstung
Auf beide Fügeflächen kommt ein Lösungsmittel, bei ABS und ASA also Aceton. Die Oberfläche wird dadurch weich, und unter Druck fließen die beiden Seiten zu einem Körper zusammen. Vorbedingung: der Kunststoff muss sich in dem Mittel überhaupt lösen, sonst passiert nichts.
Chemische NachbearbeitungHäufige Fragen zum Kleben
Weiterlesen
Zum Kleben gehört das Finish, und sobald Lösungsmittel im Spiel sind, gehört sicheres Arbeiten dazu.
Modell hochladen, wir schauen uns Aufteilung und Fügestellen an
- Zerlegung entlang unauffälliger Kanten
- Stifte und Laschen für eine tragfähige Fuge
- Der Preis erscheint direkt im Drucktool