PETG: der Kunststoff, der nachgibt

Wo PLA splittert, biegt sich PETG und kommt zurück. Dazu hält es Wasser, milde Chemie und rund 75 °C aus, ohne die Launen von ABS mitzubringen. Für Teile, die im Gebrauch etwas abbekommen, ist das die Kombination, nach der die meisten eigentlich suchen.

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CategorieMaterialien

Zäh statt steif — das ist die kurze Beschreibung von PETG, ausgeschrieben Polyethylenterephthalat-Glykol. Unter einer Belastung federt es mit, statt zu splittern, und Nässe lässt es kalt. Die Zahlen dazu: 40–55 MPa Zugfestigkeit, Glasübergang bei etwa 75 °C, HDT bei 68 °C, gedruckt mit einer Düse bei 230–250 °C. In der Reihe der FDM-Kunststoffe steht es damit eine Stufe über PLA, ohne schon bei ABS zu sein.

Der zweite Grund für seine Verbreitung liegt im Druck selbst: PETG schwindet wenig, verzieht sich kaum und kommt ohne geschlossenen, beheizten Bauraum aus — ein Vorteil, den ABS nicht hat. Eine Eigenart bleibt, nämlich das Fadenziehen zwischen zwei Druckstellen. Mit trockenem Filament, passender Temperatur und sauber eingestelltem Rückzug bleibt davon wenig übrig. Alle Werte auf dieser Seite sind Erfahrungs- und Datenblattwerte.

Sieben Punkte, die PETG beschreiben

Der Grund für die Beliebtheit ist keine Spitzenleistung in einer Disziplin, sondern das Fehlen echter Schwächen. Die Oberfläche fällt leicht glänzend aus und wirkt etwas weicher gezeichnet als bei PLA.

  • Zähigkeit: Hoch — biegt und federt zurück, bevor etwas bricht

  • Zugfestigkeit: 40–55 MPa, also knapp unter PLA, dafür weit zäher

  • Wärme: Tg etwa 75 °C, HDT 68 °C — verträgt klar mehr als PLA

  • Gegen Chemie: Gut: Wasser, viele Säuren und Laugen machen nichts

  • Im Freien: Brauchbar, besser als PLA und ABS

  • Dichte: 1,27 g/cm³

  • Schwachpunkt: Zieht Fäden; Rückzug und Temperatur müssen sitzen

PETG in Zahlen

Übliche Datenblattwerte für FDM-Drucke aus PETG. Sie schwanken zwischen den Herstellern und gelten nicht als Zusage für ein bestimmtes Bauteil.

Zugfestigkeit
40–55 MPazäh
Bruchdehnung
Hochfedert zurück
Glasübergang (Tg)
etwa 75 °CHDT etwa 68 °C
Düse
230–250 °Cheißer als PLA
Druckbett
70–90 °C
Gegen Chemikalien
Gut
Dichte
1,27 g/cm³
Draußen
Brauchbargegen UV nur mäßig

Drei Kandidaten für dasselbe Teil

Eine Einordnung der drei Kunststoffe, zwischen denen am häufigsten gewählt wird. Je höher der Wert, desto besser passt der Kunststoff zu dieser Eigenschaft.

EigenschaftPETGPLAABS
Wie ruhig es druckt
Wie viel es einsteckt
Wie warm es werden darf
Wie es auf Chemie reagiert
Wie lange es draußen hält
Wie die Fläche aussieht

Was für PETG spricht

  • Federt unter Last zurück, statt zu splittern
  • Bleibt bis in den Bereich um 75 °C formstabil
  • Steckt Wasser und milde Chemie weg
  • Taugt für dichte Teile
  • Verlangt keinen geschlossenen Bauraum
  • Verzieht sich kaum, auch bei größeren Flächen

Womit man rechnen muss

  • Fäden zwischen den Druckstellen
  • Weniger steif als PLA
  • Bei feinsten Details liegt PLA vorn
  • Stützen sitzen fest und kosten Zeit beim Ablösen
  • Auf Dauer nicht UV-fest genug
  • Zieht Feuchtigkeit aus der Luft

Wo PETG im Einsatz überzeugt

Die typischen Aufträge in PETG sind Teile, die etwas tun: Gehäuse, Halter, Clips, Bügel, Spannstücke, dazu alles, was mit Wasser oder mildem Reinigungsmittel in Berührung kommt. Ein Klemmhalter an der Werkbank, der täglich einschnappt, oder ein Spritzschutz an der Regentonne im Schrebergarten überleben in PETG, weil das Material bei Stoß und Dauerspannung nachgibt, wo PLA bricht. Steht ein Teil dauerhaft in Sonne und Regen, ist ASA allerdings die richtige Adresse.

Zwei Richtungen führen von PETG weg. Nach unten, wenn feinste Kanten oder eine makellose Fläche zählen: dafür sind PLA und Resin gemacht. Nach oben, wenn es wirklich heiß hergeht oder ein Teil harte Schläge abbekommt: dann übernehmen ABS und PC. Für alles dazwischen bleibt PETG die Wahl, bei der am wenigsten schiefgeht.

Ist PETG der richtige Kunststoff?

Ja bei

  • Gebrauchsteilen und Gehäusen
  • Allem, was federn darf, ohne zu brechen
  • Feuchter Umgebung und dichten Teilen
  • Kontakt mit milden Chemikalien
  • Teilen, die zeitweise draußen sind

Eher nicht bei

  • Feinsten Strukturen (dann PLA oder Resin)
  • Echter Hitze (dann ABS oder PC)
  • Dauerhafter Sonne (dann ASA)
  • Maximaler Steifigkeit ohne Nachgeben (dann PLA)
Fadenziehen, im Slicer Stringing

Bei einer Leerfahrt zwischen zwei Druckstellen läuft geschmolzener Kunststoff aus der Düse nach und bleibt als dünner Faden zurück. PETG tut das eher als PLA, weil es länger zäh bleibt. Gegenmittel sind trockenes Filament, ein sauber eingestellter Rückzug und die richtige Temperatur; was übrig bleibt, geht beim Entgraten mit weg.

Im Druck und danach

Zwei Dinge fallen beim Drucken auf. Erstens braucht PETG mehr Hitze als PLA. Zweitens haftet es lieber zu gut als zu schlecht — am Bett wie am Stützmaterial, weshalb das Ablösen der Stützen länger dauert und Spuren hinterlassen kann. Trocken gelagertes Filament ist keine Feinheit, sondern Voraussetzung: aufgenommenes Wasser bringt Bläschen, mehr Fäden und einen schwächeren Druck.

Beim Schleifen zeigt sich die Zähigkeit von der unangenehmen Seite; das Material schmiert eher, als dass es staubt. Und wie bei jedem FDM-Kunststoff entscheidet die Lage im Bauraum über die Belastbarkeit, denn quer zu den Lagen sitzt die schwächste Stelle. Nenn uns die Richtung, aus der die Kraft kommt, dann liegt das Teil beim Drucken passend dazu.

Startwerte für den Druck

Ein üblicher Ausgangspunkt für gängige PETG-Filamente. Je nach Hersteller und Maschine verschieben sich die Optima; die Feinabstimmung machen wir am Teil.

Schichthöhe0,12–0,28 mm
Vorschub30–60 mm/s
Bauteilkühlung20–50 %
Düse230–250 °C
Druckbett70–90 °C
Geschlossener BauraumNicht nötig
Gegen Fadenziehen hilft nichts so gut wie trockenes Filament und ein sauber eingestellter Rückzug.

Lagerung, Kosten, Lieferung

Ein offen liegender PETG-Draht zieht Wasser aus der Raumluft, und das zeigt sich später am Druck: Bläschen in der Bahn, mehr Fäden, eine matte und schwächere Fläche. Deshalb kommt bei uns nur trockenes Material in die Maschine. Das ist der Grund, warum ein PETG-Auftrag in der Vorbereitung etwas mehr Aufmerksamkeit verlangt als einer in PLA — sichtbar wird der Unterschied am fertigen Teil.

Beim Preis liegt PETG ein wenig über PLA und klar unter ABS, ASA und PC; der Materialvergleich stellt das nebeneinander. Was dein Teil kostet, zeigt das Drucktool direkt nach dem Hochladen. Für den Versand gilt: in der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt, geliefert nach Deutschland, Österreich, in die Niederlande und nach Belgien.

Fragen, die dazu immer wieder kommen

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Die drei Kunststoffe, mit denen PETG am häufigsten verglichen wird.

Ein Teil, das mitarbeiten soll?

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  • Preis und Lieferzeit ohne Umweg
  • PETG oder eine Alternative, passend zum Einsatz
  • Empfehlung zu Festigkeit und Ausrichtung
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