ASA: das Filament, das die Sonne aushält

Ein Jahr im Freien trennt die Materialien. Was aus PLA, PETG oder ABS an der Hochbeet-Ecke oder am Regenfallrohr sitzt, blasst aus und wird brüchig; dasselbe Teil in ASA steht Jahre später noch in Farbe. Hinzu kommen die Zähigkeit und die Wärmegrenze von ABS.

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CategorieMaterialien

Zahlen zuerst: Düse 250–265 °C, Zugfestigkeit 40–50 MPa, Glasübergang um 100 °C. Hinter dem Kürzel steckt Acrylnitril-Styrol-Acrylat, entstanden als witterungsbeständige Weiterentwicklung von ABS. Mechanisch liegen die beiden so dicht beieinander, dass man sie in der Hand nicht auseinanderhält: zäh, schlagfest, wärmebeständig. Erst im Freien gehen sie auseinander. ABS vergilbt und wird nach einem Sommer mürbe, ASA behält Farbe und Kennwerte über Jahre.

Die Druckseite bleibt dieselbe wie bei ABS, mit allen Unannehmlichkeiten: das Material schwindet, zieht die Ecken nach oben, will einen beheizten geschlossenen Bauraum und entlässt Dämpfe. Als Gegenleistung steht ein Teil draußen, das Regen, pralle Sonne und den Sprung von Augusthitze zu Januarfrost über Jahre wegsteckt. Sämtliche Werte hier sind indikative Datenblattwerte.

Das Eigenschaftsprofil in Kurzform

Zäh und wärmebeständig wie ABS, dazu die Witterungsfestigkeit, an der PLA, PETG und ABS scheitern. Für alles, was ständig draußen bleibt, ist ASA damit die naheliegende erste Wahl.

  • Außeneinsatz: Bestes Filament im Programm (UV-stabil)

  • Zähigkeit: Zäh und schlagfest, vergleichbar mit ABS

  • Wärmefestigkeit: Tg etwa 100 °C · HDT 86–93 °C

  • Zugfestigkeit: 40–50 MPa

  • Verzugsneigung: Schwindung 0,4–0,7 %; geschlossener Bauraum nötig

  • Oberfläche danach: Gut schleifbar und mit Aceton glättbar, wie ABS

  • Dichte: 1,07 g/cm³

Kennwerte im Datenblatt

Indikative Werte für ASA im FDM-Druck. Je Hersteller fallen sie unterschiedlich aus und gelten nicht als Zusage für ein bestimmtes Teil.

UV-Beständigkeit
Sehr gut (farbtreu)der eigentliche Grund für ASA
Schlagfestigkeit
Hochauf ABS-Niveau
Glasübergang (Tg)
etwa 100 °CHDT 86–93 °C
Zugfestigkeit
40–50 MPazäh
Düsentemperatur
250–265 °C
Betttemperatur
etwa 110 °Cgeschlossener Bauraum empfohlen
Schwindung
0,4–0,7 %Bauraum nötig
Dichte
1,07 g/cm³

Drei Kandidaten für draußen

Indikative Gegenüberstellung zum nahen Verwandten ABS und zum gutmütigeren PETG, aus der Perspektive von Wind und Wetter. Höhere Werte stehen für eine stärkere Eignung.

EigenschaftASAABSPETG
Farbe bleibt erhalten
Lebensdauer unter UV
Verhalten bei Hitze
Schlagfestigkeit
Lässt sich nachbearbeiten
Leicht zu drucken

Dafür spricht ASA

  • Farbtreu und UV-stabil
  • Hält Regen und Temperaturwechsel stand
  • Behält die Kennwerte über Jahre im Freien
  • Zäh und schlagfest wie ABS
  • Wärmebeständig bis zum Glasübergang um 100 °C
  • Schleifen und Dampfglätten möglich

Grenzen von ASA

  • Verlangt hohe Düsen- und Betttemperatur
  • Ohne geschlossenen Bauraum zieht es die Ecken hoch
  • Dämpfe beim Druck, Lüftung nötig
  • Heikler in der Handhabung als PLA und PETG
  • Feines Detail gelingt PLA und Resin besser
  • Liegt preislich etwas über ABS

Wo ASA hingehört

Überall dort, wo Sonne, Nässe und Temperatursprünge dauerhaft auf das Teil wirken. Typisch sind Sensorgehäuse an der Hauswand, Klemmen und Schellen am Regenfallrohr, Beschläge und Halter an der Kleingartenhütte, Schilder am Sportplatz, Befestigungen am Weidezaun, die Garage für den Mähroboter, Anbauteile am Wohnwagen oder am Anhänger. PLA, PETG und ABS geben an solchen Stellen nach einer Saison auf, ASA bleibt. Auch bei Produktionsteilen, die im Außenbereich montiert werden, ist es das naheliegende Material.

Bleibt das Teil hingegen im Haus, fällt der Vorteil weg: ohne UV bietet ASA gegenüber ABS nichts zusätzlich, verlangt beim Druck aber dasselbe. Drinnen sind ABS oder das gutmütigere PETG deshalb meist die vernünftigere Wahl.

Wann ASA passt

Geeignet für

  • Bauteile, die ständig im Freien bleiben
  • Stellen mit direkter Sonne über Monate
  • Außenteile, die ihre Farbe halten sollen
  • Mechanisch belastete Teile im Wetter
  • Anbauteile an Wohnwagen, Anhänger und Kleingartenhütte

Weniger geeignet für

  • Rein innen verbaute Teile (dann ABS oder PETG)
  • Feinste Details (dann PLA oder Resin)
  • Druck ohne geschlossenen Bauraum
  • Räume ohne gute Lüftung
Woher kommt die UV-Festigkeit?

ABS enthält Butadien, und genau dieser Bestandteil zerfällt unter Sonnenlicht. In ASA steht an dessen Stelle ein Acrylat-Kautschuk, den UV-Licht nicht angreift. Deshalb bleiben Farbe, Fläche und Schlagfestigkeit draußen ungleich länger erhalten, während ABS vergilbt und spröde wird.

Drucken und Nacharbeit

Die Vorgaben decken sich mit ABS: Düsentemperatur zwischen 250 und 265 °C, Bett um 110 °C, ein geschlossener Bauraum, damit die Ecken nicht hochziehen, und ausreichend Lüftung wegen der Dämpfe. Sind diese Punkte erfüllt, läuft ASA ruhig durch. Für die Fläche gilt derselbe Weg wie bei ABS: Schleifen funktioniert problemlos, und Acetondampf zieht die Oberfläche gleichmäßig glatt.

Bei uns läuft ASA in einem geschlossenen, belüfteten Bauraum. Vermerk in der Anfrage einfach, dass das Teil nach draußen soll — dann fließt das in Materialwahl, Wandstärke und Oberflächenbehandlung ein.

Startwerte für den Druck

Ein üblicher Ausgangspunkt für gängige ASA-Filamente. Optimal hängt von Hersteller und Maschine ab; die Feinabstimmung machen wir am Teil.

Geschlossener BauraumEmpfohlen
Düsentemperatur250–265 °C
Betttemperatur100–110 °C
Bauteilkühlung0–20 %
Druckgeschwindigkeit40–60 mm/s
Schichthöhe0,12–0,28 mm
Wenig Kühlung und ein geschlossener Bauraum sind die beiden Stellschrauben gegen Verzug.

Was nach zwei Jahren draußen übrig ist

Der Unterschied wird erst mit der Zeit sichtbar. Eine Schelle, ein Halter oder ein Gehäuse aus PLA oder ABS verliert im Freien binnen einer Saison Farbe und Zähigkeit und bricht beim nächsten Anfassen. Dasselbe Bauteil in ASA sieht nach mehreren Jahren noch aus wie am ersten Tag. Das gilt für Sensorgehäuse an der Hauswand, Beschläge in der Kleingartenanlage, Schilder am Sportplatz und Anbauteile am Anhänger.

Weil die Schlagfestigkeit auch in der Kälte erhalten bleibt, taugt ASA für Teile, die draußen Kraft abbekommen: ein Halter, den im Januar bei Frost jemand kräftig anpackt, gibt nicht gleich nach. Beim Preis liegt ASA knapp über ABS; wie knapp, zeigt der Materialvergleich. Was dein konkretes Teil kostet, steht direkt im Drucktool. Die Lieferzeit beträgt in der Regel 7–10 Arbeitstage und wird bei der Bestellung bestätigt. Versendet wird nach Deutschland, Österreich, in die Niederlande und nach Belgien.

Gleiche Druckvorbereitung, anderes Ende

Wer ABS schon fährt, muss für ASA nichts Neues lernen: vergleichbare Temperaturen, derselbe geschlossene Bauraum, dieselbe Nacharbeit, dieselbe Anforderung an die Lüftung — Dämpfe entstehen bei beiden. Die Wege trennen sich erst nach dem Druck, draußen. Sonnenlicht setzt ABS zu: die Farbe kreidet aus, die Fläche verliert den Glanz, das Material wird spröde und bekommt Risse. Gegen genau diesen Verlauf ist ASA entwickelt worden.

Als Auftraggeber brauchst du daher nur eine Unterscheidung: innen genügt ABS, draußen lohnt ASA. Falls es grenzwertig ist, beschreib die Einbaustelle, und wir nennen dir das passende Material.

Oft gefragt zu ASA

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Die Entscheidung fällt meist zwischen diesen drei; Sonne und Nässe geben den Ausschlag.

Bauteil für den Außenbereich?

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  • Preis und Lieferzeit direkt im Tool
  • Farbtreu und UV-stabil im Freien
  • Druck im geschlossenen Bauraum mit Lüftung
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