PLA: der Standard, solange es nicht warm wird

Steif, maßhaltig, billig und im Druck kaum zu verderben — deshalb landet PLA bei den meisten Teilen zuerst in der Maschine. Zwei Dinge setzen ihm ein Ende: Temperaturen über etwa 55 °C und ein harter Schlag. Ab dort übernehmen PETG, ABS und Resin.

Leestijd8 Min. Lesezeit
CategorieMaterialien

Hinter dem Kürzel steckt Polymilchsäure, und kein anderes Filament läuft so häufig durch eine Düse. Die Kennzahlen erklären das: 190–220 °C an der Düse, 50–60 MPa Zugfestigkeit, ein Glasübergang bei 55–60 °C und eine Schwindung von lediglich 0,3–0,5 %. Deshalb bleibt sogar eine große, flache Platte gerade, die in anderen Werkstoffen die Ecken hochzieht, und die Fläche kommt sauber und detailreich heraus. Der erste Versuch sitzt meistens.

Zwei Grenzen gehören ins Bild. PLA gibt unter einem Schlag nicht nach, es bricht. Und oberhalb von etwa 55–60 °C fängt es an, weich zu werden. Für ein Sichtmodell, einen Prototyp oder eine leicht belastete Halterung im Zimmer spielt beides keine Rolle. Kommen Wärme, Sonne oder Stöße ins Spiel, gehören PETG, ABS, ASA oder PC auf die Liste. Sämtliche Werte weiter unten sind Erfahrungswerte aus Datenblättern.

Das Zahlenbild in Kurzform

Hohe Steifigkeit trifft auf sehr wenig Schwindung. Diese Kombination macht PLA maßhaltig und beim Drucken nachsichtig — und gleichzeitig spröde, denn was nicht nachgibt, bricht irgendwann. Die Zahlen unten stammen aus Datenblättern für den FDM-Druck und sind keine zugesicherte Eigenschaft eines einzelnen Teils.

  • Druckbarkeit: Sehr gut: fast kein Verzug, geschlossener Bauraum unnötig

  • Zugfestigkeit: 50–60 MPa bei hohem E-Modul — dafür bricht es spröde

  • Bruchdehnung: 3–6 %, also wenig Spielraum vor dem Bruch

  • Wärmefestigkeit: Tg etwa 55–60 °C, HDT 55 °C; auf dem Dachboden im Sommer verzieht sich das Teil

  • Dichte: 1,24 g/cm³

  • Außeneinsatz: Schwach: UV und Wärme lassen es vergilben und mürbe werden

PLA in Zahlen

Datenblattwerte für gedrucktes PLA im FDM-Verfahren, zur Orientierung. Je Marke und Variante verschieben sie sich, und für ein konkretes Teil sichern wir nichts davon zu.

Zugfestigkeit
50–60 MPasteif, dabei spröde
Bruchdehnung
3–6 %kaum Dehnung vor dem Bruch
Glasübergang (Tg)
etwa 55–60 °CHDT um 55 °C
Schwindung
0,3–0,5 %gering, deshalb maßhaltig
Dichte
1,24 g/cm³
Düsentemperatur
190–220 °CStartwert, je Marke anders
Betttemperatur
40–60 °Cohne geschlossenen Bauraum
Außeneinsatz
SchwachUV und Wärme

Wo PLA stark ist und wo nicht

Ein Profil zur Einordnung, nicht zur Abnahme. Wie fest ein Teil am Ende wird, hängt zusätzlich an seiner Lage im Bauraum und an der Wandstärke.

Kostenniedrig
Druckbarkeitsehr gut
Oberflächesauber
Steifigkeithoch
Schlagfestigkeitgering, spröde
Wärmefestigkeitetwa 55 °C
Außentauglichkeitschwach

PLA neben PETG, ABS und ASA

So ordnet sich PLA gegenüber den drei Filamenten ein, die am häufigsten als Alternative auftauchen. Ein höherer Wert steht für die bessere Eignung.

EigenschaftPLAPETGABSASA
Kosten
Druckbarkeit
Oberfläche
Steifigkeit
Schlagfestigkeit
Wärmefestigkeit
Außeneinsatz

Was für PLA spricht

  • Läuft zuverlässig durch, ohne Sondervorkehrungen
  • Kaum Schwindung, deshalb maßhaltig
  • Sauberes, detailreiches Ergebnis
  • Breite Auswahl an Farben, dazu Silk, matt und gefüllte Sorten
  • Der Rohstoff wächst nach
  • Niedrige Kosten bei Material und Druckzeit

Wo es aufhört

  • Ab etwa 55 °C gibt die Form nach
  • Spröder Bruch statt Nachgeben
  • UV und Wetter setzen ihm zu
  • Wird über die Jahre mürbe
  • Chemisch anfälliger als PETG
  • Für hohe mechanische Last ungeeignet

Wo PLA hingehört

Überall, wo Form, Aussehen und Maß über Wärme und Zähigkeit stehen: Sichtmodelle, Prototypen, Architekturmodelle, Deko, Anschauungsstücke für die Berufsschule, Halterungen und leichte Gehäuse für den Innenbereich. Und weil kaum Schwindung auftritt, bleibt selbst eine große, flache Platte plan, die in ABS an den Ecken abheben würde.

Sobald Wärme, Wetter oder ein Stoß dazukommen, kippt das Bild. Eine Halterung auf der Fensterbank über dem Heizkörper, ein Klemmteil, das täglich gebogen wird, ein Beschlag am Gartenhaus: so etwas überdauern PETG, ABS, ASA oder PC klar länger. Nenn bei der Anfrage den Einsatzort, dann schlagen wir das passende Material vor.

Passt PLA zu deinem Teil?

Ja, bei

  • Sichtmodellen und Prototypen
  • Präsentations- und Formteilen
  • Leicht belasteten Teilen für innen
  • Großen, flachen Modellen mit wenig Verzug
  • Mehreren Runden aus einem knappen Budget

Besser nicht bei

  • Teilen in warmer Umgebung
  • Dauerhaftem Einsatz im Freien und unter UV
  • Stoß und Schlag
  • Hoher mechanischer Last
  • Kontakt mit Chemikalien
Achtung: die Wärmegrenze liegt tief

Schon zwischen 55 und 60 °C erreicht PLA den Glasübergang und beginnt sich zu verformen. Für ein Teil auf dem Dachboden im Sommer, dicht neben einer Leuchte oder in direktem Sonnenlicht greifst du besser zu PETG, ABS, ASA oder PC. Schildere die Umgebung, dann suchen wir gemeinsam den passenden Werkstoff.

Sorten und Rohstoff

Von PLA gibt es eine ganze Reihe Sorten: Silk bringt Glanz, matt eine ruhige Fläche, Füllstoffe aus Holz oder Kohlenstoff geben Textur und etwas mehr Steifigkeit, und Tough-Sorten brechen weniger spröde. Am Druckverhalten ändert das wenig; es geht um Optik und um Feinheiten der Fläche.

Als Rohstoff dienen nachwachsende Quellen, meist Maisstärke oder Zuckerrohr. Zerfallen tut PLA aber nur in einer industriellen Anlage, unter hoher Temperatur und Feuchte. Auf dem Komposthaufen im Schrebergarten oder im Gebüsch am Wegrand bleibt es liegen. „Biologisch abbaubar“ trägt deshalb eine Fußnote, und wir bleiben bei der nüchternen Formulierung: der Rohstoff wächst nach.

Startwerte für den Druck mit PLA

Womit die meisten PLA-Filamente gut laufen. Marke, Farbe und Maschine verschieben das Optimum; den Feinabgleich machen wir am Teil.

Schichthöhe0,10–0,28 mm
Druckgeschwindigkeit40–80 mm/s
Düsentemperatur190–220 °C
Betttemperatur40–60 °C
Bauteilkühlung100 %
Geschlossener BauraumNicht nötig
PLA verzeiht viel: viel Luft auf das Teil hilft bei Überhängen und kleinen Details.

Was es kostet und wann es kommt

Unter den Filamenten gehört PLA zu den preiswertesten. Das hat mit dem Einkaufspreis zu tun, vor allem aber mit dem Verlauf im Druck: kein geschlossener Bauraum, selten ein Abbruch, kaum Nacharbeit. Wer von einem Entwurf mehrere Runden braucht, bekommt dafür mehr Versuche aus derselben Summe — wie weit der Abstand zu den technischen Filamenten reicht, zeigt der Materialvergleich.

Ausschlaggebend sind Volumen und Druckzeit, dazu die gewählte Schichthöhe, die Menge Stützmaterial und die Nacharbeit. Den Betrag zeigt das Drucktool, sobald dein Modell oben ist. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen und wird bei der Bestellung bestätigt; unser Versand erreicht Deutschland, Österreich, die Niederlande und Belgien.

Oft gefragt zu PLA

Dazu passt

Diese drei Werkstoffe stehen am häufigsten zur Wahl, wenn PLA nicht reicht.

Soll es losgehen?

Lade das Modell hoch, der Preis in PLA steht sofort da

  • Preis und Lieferzeit direkt im Tool
  • PLA oder ein Werkstoff, der besser zum Teil passt
  • Rat zu Material und Lage im Bauraum
Modell hochladen