Woraus sich der Preis zusammensetzt
Einen Stückpreis aus einer Liste gibt es nicht. Am Ende addieren sich wenige Posten: das Materialvolumen, die Materialsorte, die Stunden auf der Maschine, die Stützstruktur und alles, was danach von Hand geschieht. Einmal je Auftrag kommt die Vorbereitung hinzu.
Fünf Größen tragen den Preis: wie viel Kunststoff in das Teil geht, welche Sorte das ist, wie lange der Drucker läuft, wie viel Stützstruktur anfällt und wie viel Handarbeit danach kommt. Dazu rechnet eine Vorbereitung je Auftrag, die sich auf die Stückzahl verteilt. Diese Posten hängen zusammen: mit dem Volumen wächst nicht nur die Materialmenge, sondern auch die Zeit auf der Maschine, und eine feinere Schichthöhe hebt das Ergebnis auf Kosten der Lagenzahl.
Nachrechnen musst du nichts. Nach dem Upload in das Drucktool und der Materialwahl steht die Zahl auf dem Bildschirm. Wer die Treiber kennt, kann ein Modell allerdings gezielt anpassen, sodass es billiger wird und funktional bleibt: weniger Material, flachere Überhänge, eine gängige Lagenhöhe. Genau diese Stellen stehen unten.
Welche Posten zusammenkommen
Mitzählen tut jeder Posten. Am schwersten wiegen in der Regel Maschinenzeit, Materialmenge und Handarbeit.
Wie viel Kunststoff wirklich hineingeht
An erster Stelle steht das Materialvolumen, und das ist etwas anderes als das Außenmaß. Zwei Würfel mit gleicher Kantenlänge, einer massiv, einer hohl, liegen im Preis leicht um ein Mehrfaches auseinander: die hohle Variante braucht spürbar weniger Kunststoff und deutlich weniger Zeit.
Zwei Einstellungen steuern dieses Volumen: die Wandstärke und die Fülldichte. Für die meisten Teile reicht eine Füllung von 15 bis 25 %, dazu drei Wandbahnen, was rund 1,2 mm ergibt. Massiv ist nur selten nötig; es macht das Teil schwerer, langsamer und teurer, ohne dass die Festigkeit im selben Maß mitwächst, denn tragend sind vor allem die Wände.
Größe wirkt zweifach: mehr Material und eine längere Belegung des Druckers. Wer sparen will, holt beim Aushöhlen dicker Abschnitte oder beim Verkleinern massiver Bereiche meist mehr heraus als beim Wechsel auf ein billigeres Material.
Stunden auf der Maschine
Parallel läuft nichts: ein Drucker bearbeitet einen Auftrag. Also schlägt jede zusätzliche Stunde durch. Bestimmt wird die Laufzeit vom Volumen, von der Lagenhöhe und davon, wie verwinkelt das Modell ist.
Den größten Hebel hat die Lagenhöhe. Bei 0,1 mm entstehen etwa dreimal so viele Lagen wie bei 0,3 mm, und entsprechend verdreifacht sich die Laufzeit. Bezahlt wird also Zeit für eine glattere Fläche und mehr Detail. Liegt das Teil später verdeckt im Gehäuse, ist die gängige Lagenhöhe die günstigste Wahl. Umgekehrt bringt es nichts, bei einem Sichtteil an der Lagenhöhe zu sparen und danach stundenlang zu schleifen.
Lagenhöhe FDM: 0,1–0,3 mm; feiner bedeutet langsamer und teurer
Lagenhöhe SLA: 0,025–0,1 mm; darin liegt feines Detail
Fülldichte als Faustregel: zwischen 15 und 25 % passt fast überall
Wandbahnen: drei Bahnen, zusammen etwa 1,2 mm
Ein günstiges Filament kann teuer enden. Was zügig durchläuft, wenig Stützstruktur verlangt und kaum Nacharbeit braucht, liegt unter dem Strich oft niedriger als ein billiges Material, das langsam druckt oder sich vom Bett löst. Entscheidend ist die Summe, nicht der Preis pro Kilogramm.
Überhänge, Ausrichtung und die Folgekosten
Ab etwa 45° Neigung braucht ein Überhang eine Stütze. Bezahlt wird sie doppelt: als Material, das hineinfließt, und als Handarbeit, die sie wieder abnimmt und die Ansatzstellen verputzt. Ein Modell voller Überhänge liegt daher über einem gleich großen, das ohne Stütze steht.
Wie viel davon anfällt, bestimmt zu einem großen Teil die Ausrichtung auf dem Druckbett. Oft genügt ein geschicktes Drehen, damit kritische Überhänge verschwinden. Diese Abwägung liegt bei uns, und wir treffen sie für jeden Auftrag neu. Helfen kannst du im Entwurf: eine Fase von 45° statt einer waagerechten Auskragung spart Material und Handarbeit gleich mit. Bei Teilen, die regelmäßig wiederkommen, lohnt ein Blick auf Teile für die Fertigung optimieren.
Handarbeit danach, und was die Stückzahl daran ändert
Jeder Schritt nach dem Druck ist Handarbeit und steht deshalb für sich in der Rechnung: Schleifen, Gewinde nachschneiden, Einpresshülsen setzen, grundieren und lackieren, bei Resin das Waschen und Nachhärten. Sinnvoll ist das nur dort, wo es technisch oder optisch etwas bringt. Ein Bauteil, das verdeckt im Gehäuse sitzt, braucht keinen Schliff.
In die andere Richtung wirkt die Stückzahl. Die Datei prüfen, das Modell slicen, Material und Druckstrategie festlegen: das passiert je Auftrag genau einmal, ob nun ein Teil oder zehn bestellt werden. Bei einer Kleinserie trägt jedes Stück nur noch einen Bruchteil davon, der Stückpreis sinkt also. Unsere Mengen reichen von einigen Dutzend bis einigen Hundert Stück, in Absprache.
Was den Preis drückt
- mehrere Stück in einem Auftrag zusammenfassen
- dicke Abschnitte aushöhlen statt massiv drucken
- die Füllung bei 15–25 % lassen
- gängige Lagenhöhe, wo niemand hinsieht
- Überhänge anschrägen oder ganz vermeiden
- Nacharbeit nur dort, wo sie etwas bringt
Was ihn nach oben zieht
- zusätzliche Wände und Füllung ohne Zweck
- sehr feine Lagen auf verdeckten Flächen
- Geometrie, die Stützstruktur erzwingt
- Schliff und Lack an innenliegenden Teilen
- Einzelstücke, die die Vorbereitung allein tragen
Wo bei deinem Teil am meisten drinsteckt
Großer Effekt bei
- massiven Teilen in größerem Format: aushöhlen
- Modellen mit vielen Überhängen: anders ausrichten
- Bauteilen ohne Sichtfläche: gröbere Lagen
- Teilen, die regelmäßig nachbestellt werden: Serie statt Einzelstück
Kaum Effekt bei
- kleinen Teilen, die schon hohl gebaut sind
- Bauteilen, bei denen Festigkeit oder Detail kritisch ist
- einmaligen Prototypen mit engen Vorgaben
Die Zahl steht direkt im Drucktool
Weil sich der Preis aus Modell und Materialwahl ergibt, braucht es kein Angebot und keine Wartezeit. Datei hinein, Material auswählen, Preis lesen. Wer es günstiger haben möchte, wechselt im Tool einfach Material und Einstellungen und sieht den Effekt sofort. Wie die Materialien preislich zueinander stehen, steht bei Preise verschiedener Materialien. Und wenn unklar ist, was zu deinem Teil passt: schreib dazu, wofür das Teil gedacht ist und welche Flächen später sichtbar bleiben. Dann suchen wir den günstigsten Weg mit, ohne dass das Teil hinterher weniger kann.
Rund um den Preis
Dazu passt
Materialwahl, Tarifaufbau und Stückzahl ziehen alle am Preis.
Datei hochladen, Preis ablesen
- Der Preis steht direkt im Drucktool
- Varianten bei Material und Einstellungen selbst durchspielen
- Wir denken beim günstigsten Weg mit