Was ein 3D-Druckdienst in Rechnung stellt

Statt eines Katalogpreises steht am Ende die Summe dessen, was dein Auftrag wirklich verursacht: Rüstarbeit, Material, Zeit auf der Maschine, Stützstruktur, Nacharbeit. Wie diese Posten entstehen, wo du eingreifen kannst und warum die Zahl direkt im Drucktool erscheint.

Leestijd7 Min. Lesezeit
CategorieKosten und Tarife

Zwei Blöcke bilden den Tarif. Der erste ist die Rüstarbeit, einmal je Auftrag, egal wie viele Teile daraus werden. Der zweite läuft mit dem Modell mit: wie viel Material hineingeht, welche Sorte es ist, wie lange die Maschine beschäftigt ist, wie viel Stützstruktur anfällt und welche Nacharbeit dazukommt. Die Stückzahl wirkt quer dazu, weil sie den ersten Block auf mehr Teile streckt. Dahinter steht derselbe Mechanismus wie bei den Faktoren, die den Preis beeinflussen, nur von der Rechnung aus gelesen.

Auf eine Zahl warten musst du nicht. Sobald das Modell im Drucktool liegt und ein Material ausgewählt ist, steht der Tarif da. Wer die Posten kennt, erkennt auch sofort, wo etwas zu holen ist — bei Material und Maschinenzeit nämlich, bei der Rüstarbeit dagegen nicht.

Die Posten im Überblick

Jeder Auftrag nimmt denselben Weg. Fest ist allein die Rüstarbeit; alles Weitere richtet sich nach Modell und Material.

Materialmenge
nach VolumenModell, Wandstärke und Füllung geben sie vor
Materialsorte
PLA am günstigsten, PC und Resin teurerEinkauf und Verarbeitbarkeit zählen beide
Maschinenzeit
nach Druckdauersteigt mit feinem Detail und verwinkelter Form
Stützstruktur
Material plus HandarbeitÜberhänge brauchen Stützen, und die müssen wieder weg
Nacharbeit
je Arbeitsschrittschleifen, lackieren, Hülsen setzen, waschen
Rüstarbeit
einmal je AuftragDatei prüfen, slicen, Strategie festlegen

Warum die Rüstarbeit immer dabei ist

Vor der ersten Lage steht immer dieselbe Arbeit: Datei prüfen, slicen, Material festlegen, Strategie bestimmen — also Ausrichtung, Stützstruktur, Einstellungen. Das passiert einmal, ob daraus ein Einzelstück wird oder eine Kleinserie.

Genau deshalb fällt sie bei einem kleinen Einzelteil stark ins Gewicht und bei zwanzig gleichen Teilen kaum: derselbe Aufwand, auf mehr Stück verteilt. Der Stückpreis sinkt also nicht, weil das Material plötzlich weniger kostet, sondern weil der feste Anteil auf mehr Schultern aufgeht.

Das erklärt auch, warum niemand seriös einen Preis pro Gramm ausrufen kann. Zwei Bauteile mit identischem Materialbedarf können in Ausrichtung, Stützstruktur und Slicing weit auseinanderliegen. Gleichzeitig ist die Rüstarbeit die Versicherung dagegen, dass ein Druck erst im zweiten Versuch sitzt — und ein Nachdruck ist die teuerste Variante von allen.

Die zwei größten variablen Posten

Materialmenge und Maschinenzeit machen den Hauptteil aus. Die Menge folgt nicht dem Außenmaß, sondern Größe, Wandstärke und Füllung zusammen. Die Sorte schlägt zweimal durch: über den Einkaufspreis — PLA liegt unten, PC und Resin oben — und über die Verarbeitbarkeit.

Die Zeit auf der Maschine ergibt sich aus Volumen, Schichthöhe und Verwinkelung. Dünnere Lagen bedeuten mehr Lagen, und mehr Lagen bedeuten Stunden. Da ein Gerät jeweils einen Auftrag abarbeitet, ist diese Zeit gebundene Kapazität und damit ein echter Posten, kein Zuschlag.

  • Rüstarbeit: einmal je Auftrag, von der Stückzahl unabhängig

  • Material: Volumen mal Sorte

  • Druckzeit: Volumen mal Schichthöhe mal Verwinkelung

  • Stützstruktur: Materialeinsatz plus Arbeit fürs Entfernen

  • Nacharbeit: nur dort, wo Funktion oder Optik sie verlangen

Slicing, kurz erklärt

Ein Slicer übersetzt das 3D-Modell in Maschinenanweisungen: er zerlegt es in Lagen und legt Bahnverläufe, Stützen und Parameter fest. Dieser Schritt gehört zur Rüstarbeit und steckt zusammen mit Dateiprüfung, Ausrichtung und Materialwahl im Tarif.

Zahlen ins Blaue gibt es hier nicht

Der Tarif entsteht aus Modell, Material und Einstellungen, also kann ihn nur das Drucktool für dein konkretes Teil beziffern. Hochladen, Material anklicken, ablesen. Damit steht die Zahl fest, bevor du bestellst.

Wo du ansetzen kannst

Weil hinter dem Tarif echte Kosten stehen, lässt sich daran drehen. Der größte Effekt sitzt bei Material und Maschinenzeit: innen hohl bauen statt massiv, die Fülldichte bei 15–25 % lassen, für unsichtbare Partien die Standardschichthöhe nehmen und Überhänge so legen, dass keine Stützen nötig werden.

Nacharbeit nur da, wo Funktion oder Optik sie fordern. Und mehrere Teile zusammen in einen Auftrag geben, damit sich die Rüstarbeit teilt. Jede dieser Entscheidungen schlägt im Drucktool unmittelbar auf die Zahl durch.

Das drückt den Tarif

  • Innen hohl bauen, dicke Klötze vermeiden
  • Fülldichte bei 15–25 % lassen
  • Standardschichthöhe, wo sie ausreicht
  • Überhänge anschrägen oder umlegen
  • Nacharbeit auf das Notwendige begrenzen
  • Mehrere Stück statt Einzelbestellungen

Das treibt ihn hoch

  • Massive Volumen ohne technischen Grund
  • Feinste Lagen auf Flächen, die keiner sieht
  • Eine Lage, die viel Stützstruktur erzwingt
  • Arbeitsschritte am Ende, die niemand braucht
  • Das Einzelstück trägt die Rüstarbeit allein

Wenn ein Betrieb bestellt

Am Aufbau ändert sich nichts, der kaufmännische Teil sieht anders aus. Auf Rechnung kaufen ist möglich, und bei wiederkehrenden Positionen oder größeren Mengen reden wir über Staffelpreise — was dabei herauskommt, hängt an Teil, Menge und Takt, also nennen wir hier keine Werte. Übernommen werden einige Dutzend bis einige Hundert Stück, in Absprache. Den Ablauf beschreibt Geschäftskunden.

Steht ein Bauteil kurz vor der Markteinführung, lässt sich über eine Verschwiegenheitserklärung reden. Eine eigene Vorlage haben wir nicht, und die Zusage, jede beliebige Fassung zu unterschreiben, geben wir auch nicht — schick deine, dann sehen wir sie durch. Für Bestellung, Rechnung und Versand sind das die Angaben:

  • Firma: Online 3D Drucken e.U., Sitz Linz, Österreich

  • Firmenbuchnummer: FN 681431f

  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: ATU83435436

  • Zahlung: Kauf auf Rechnung für Geschäftskunden

  • Lieferung: Deutschland, Österreich, Belgien und die Niederlande

  • Lieferzeit: in der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt

Zwei Handgriffe bis zur Zahl

In der Praxis bleibt vom ganzen Aufbau wenig Arbeit für dich übrig: Modell hochladen, Material anklicken. Rüstarbeit, Material, Druckzeit, Stützen und die gewählte Nacharbeit addiert das Tool und zeigt das Ergebnis auf der Stelle. Wie sich die Materialien untereinander verhalten, steht unter Preise verschiedener Materialien. Bei größeren Mengen oder speziellen Anforderungen überlegen wir mit, welcher Weg wirtschaftlich am besten aufgeht.

Fragen zur Abrechnung

Dazu passt

Der Tarif hängt an den Kostentreibern, an der Materialwahl und an der Stückzahl.

Direkt wissen, was dein Auftrag kostet?

Modell hochladen, Tarif ablesen

  • Der volle Tarif, ohne Angebotsschleife
  • Material und Einstellungen frei durchspielen
  • Bei Serien und Sonderfällen denken wir mit
Modell hochladen