Fülldichte: wie viel Luft darf im Teil sein?
Unter den Außenwänden sitzt ein Gitter aus Kunststoffstegen, das kaum jemand je zu sehen bekommt. Wie eng dieses Gitter steht, bestimmt Gewicht, Druckzeit und einen Teil der Steifigkeit — die Bruchfestigkeit dagegen kaum. Deshalb stellen wir den Prozentwert auf die Belastung ein und nicht auf ein Gefühl von Solidität.
15 bis 25 % genügen für fast alles, was durch unsere Werkstatt geht. Fülldichte, im Slicer Infill genannt, meint das Gitter zwischen den Außenwänden; alles andere darin ist Luft, und das mit Absicht. Weniger Material bedeutet weniger Gewicht, weniger Druckzeit und einen niedrigeren Preis — ohne dass am fertigen Teil spürbar Festigkeit fehlt. Massiv zu drucken ist fast nie nötig.
Hartnäckig hält sich die Vorstellung, ein hoher Prozentwert mache ein Bauteil deutlich stabiler. Getragen wird die Last jedoch am Rand des Querschnitts, also von den Außenwänden, und außerdem von der Richtung, in der gedruckt wurde. Was in der Mitte sitzt, trägt wenig dazu bei. Jenseits von rund 40–50 % flacht der Zugewinn deshalb ab, während Gewicht, Materialverbrauch und Druckzeit unverändert weiterklettern. Eine Außenwand zusätzlich wirkt in vielen Fällen stärker als zig Prozent mehr Gitter. Von dir brauchen wir nur die Belastung; Dichte, Muster, Wandzahl und Schichthöhe ergeben sich daraus.
Eine kurze Einordnung deines Teils reicht uns: reine Optik, leichter Gebrauch oder richtige Belastung. Dichte, Muster und Wandzahl legen wir danach fest. Die Tabelle unten steht hier, damit die Abwägung nachvollziehbar wird — sie sind Erfahrungswerte und keine Angaben, die du selbst treffen musst.
Erfahrungswerte nach Einsatzzweck
Übliche Prozentwerte, je nachdem, was das Teil später tun soll. Der Bereich zwischen 10 und 35 % deckt die meisten Aufträge ab.
Wogegen ein dichtes Gitter nichts ausrichtet
Reißt ein Teil zwischen zwei Lagen auf, liegt das an der Schichthaftung und nicht an zu wenig Gitter. Bei FDM kommt die Z-Richtung oft nur auf 40–75 % der Festigkeit längs der Schichten, und dieser Abstand bleibt, egal wie dicht es innen zugeht. Abhilfe schafft eine andere Ausrichtung oder eine Wand mehr.
Wirksam ist die Füllung dort, wo ein Teil eingedrückt wird: gegen Druck von außen, gegen Dellen, gegen das hohle Klopfgeräusch bei großen Flächen. Ein dichteres Gitter macht ein Teil schwerer und steifer im Griff. Nur eben nicht bruchsicherer.
Eine Wand mehr oder ein dichteres Gitter?
Bei einem Teil, das arbeiten soll, schlägt die zusätzliche Außenwand das dichtere Gitter fast immer — und kostet dabei weniger.
Nicht nur wie viel, auch welches Muster
Gitter (Grid, Lines): Läuft schnell durch und genügt bei leichter bis mittlerer Last. Unsere Voreinstellung, wenn nichts dagegen spricht.
Gyroid: Eine geschwungene Struktur ohne Vorzugsrichtung: gleichmäßig fest von allen Seiten, dabei leicht. Kostet etwas Druckzeit gegenüber Gitter.
Kubisch, Wabe (Cubic, Honeycomb): Räumlich verstrebt, mit gutem Verhältnis von Festigkeit zu eingesetztem Material. Die Wahl für Teile, die im Betrieb etwas aushalten.
Lightning: Ein Minimalgerüst, das nur die Decke von unten abfängt. Spart Zeit und Kunststoff bei Teilen ohne nennenswerte Last.
Perimeter heißen die durchlaufenden Bahnen an der Außenseite eines Drucks. In ihnen steckt der Großteil der Festigkeit. Drei davon, bei einer 0,4-mm-Düse also rund 1,2 mm, sind eine gängige Balance; geht ein Teil stärker ans Limit, werden es vier bis sechs Wände und damit rund 1,6–2,4 mm.
Wie das bei Resin aussieht
Ein Gitter im Inneren kennt SLA nicht. Teile aus Resin legen wir stattdessen hohl an und setzen kleine Bohrungen, durch die das noch flüssige Harz abfließt. Ein großes Resinteil massiv zu belichten bringt Spannung ins Material und damit Verzug.
Statt eines Prozentwerts entscheiden wir hier über Wandstärke und darüber, ob ein Teil hohl bleibt. Die Angabe, die wir dafür brauchen, ist dieselbe wie bei FDM: wie stabil das Teil am Ende sein soll.
Decke und Boden tragen die Optik
Von außen sieht niemand, wie dicht es innen zugeht — sichtbar sind Wände und die geschlossenen Flächen oben und unten. Genau deshalb kommen wir mit 15–20 % durch, ohne dass es jemandem auffällt. Die Füllung hat dabei nur eine Aufgabe: die oberste Fläche von unten abzustützen, damit sie sich schließen kann.
Fehlt diese Abstützung, entsteht Pillowing — kleine Beulen oder offene Stellen dort, wo das Material zwischen zwei Gitterstegen durchhängt. Vier bis fünf Deckschichten ziehen die Fläche auch über einem lockeren Gitter sauber zu. Die Oberflächenqualität hängt daher an Deckschichten und Schichthöhe, nicht am Prozentwert; den drehen wir hoch, wenn es im Inneren steifer werden soll.
Wann drehen wir die Dichte hoch?
Dichter füllen bei
- Teilen unter Druck oder Dauerlast
- Bauteilen, die sich massiv anfühlen sollen
- Gewinden, Einpressmuttern, Schraubstellen
- Punktlasten auf kleiner Fläche
Locker füllen bei
- Figuren, Deko und Schaustücken
- Mustern, bei denen es um Form und Maß geht
- Großen Teilen, die leicht bleiben sollen
- Allem, wo Gewicht und Preis zählen
Fragen, die dazu immer wieder kommen
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Materialeinsatz, Festigkeit und Kosten hängen an denselben Stellschrauben.
Modell hochladen, Einsatz beschreiben, den Rest machen wir
- Dichte und Wandzahl passend zur Belastung
- Kein Kunststoff, der nichts trägt
- Der Preis steht sofort im Drucktool