Stützpunkte und Grate abnehmen
Stützen hinterlassen kleine Erhebungen, und an der ersten Schicht bleibt häufig ein verlaufener Rand zurück. Bleibt beides liegen, drückt es sich später durch die Farbe hindurch.
Schichtlinien verschwinden unter Lack nicht, sie treten danach deutlicher hervor. Was vor dem ersten Farbnebel passiert, entscheidet deshalb über das Ergebnis: sauber vorbereitet wird das Teil gleichmäßig deckend, ohne Vorbereitung wirkt es gröber als im Rohzustand.
Lackieren bedeutet bei uns: das gedruckte Teil bekommt auf der ganzen Fläche einen Farbton und eine Oberfläche. Stützpunkte abtrennen, Kanten brechen, schleifen, spachteln, noch einmal schleifen, grundieren — und erst am Ende Farbe in mehreren dünnen Durchgängen. Ausgangspunkt dafür ist die Oberflächenqualität, die aus der Maschine kommt; wie weit die Nachbearbeitung darüber hinaus geht, legst du fest.
Schichtlinien verschwinden unter Lack nicht, sie treten deutlicher hervor. Die Farbe bildet eine dünne, geschlossene Haut, die jeder Vertiefung folgt statt sie aufzufüllen. Was im Rohteil nur zu erahnen war, fängt hinterher Licht. Der Aufwand sitzt damit vor der Pistole und nicht in ihr.
Der zweite Anlass für Lack ist der Farbton. Filament und Harz entstehen nicht nach Farbkarte, und schon die nächste Charge desselben Herstellers kann daneben liegen. Muss das Teil zu einer Firmenfarbe oder zu einem bereits vorhandenen Bauteil passen, führt der Weg über Lack. Ein Konstruktionsbüro im Ruhrgebiet, das ein Sichtteil an ein Seriengehäuse angleichen will, landet regelmäßig hier. Eine RAL-Nummer nehmen wir als Bezugspunkt entgegen; wie genau wir sie treffen, sagen wir nicht zu.
Ein Verlauf, eine Schattierung oder ein mehrfarbiges Detail ist etwas anderes als ein durchgehend deckender Ton. Das liegt bei Airbrushing, einem eigenen Verfahren mit eigener Arbeitsweise.
Sechs Punkte, mit denen du rechnen kannst.
Fünf Schritte gehen der Farbe voraus. Genau darin steckt die Arbeit.
Stützen hinterlassen kleine Erhebungen, und an der ersten Schicht bleibt häufig ein verlaufener Rand zurück. Bleibt beides liegen, drückt es sich später durch die Farbe hindurch.
Den Anfang macht grobes Papier, das die Lagen abträgt; danach nimmt jede feinere Stufe die Spuren der vorherigen auf. Eine übersprungene Körnung meldet sich zurück, spätestens unter der Grundierung.
Nähte und kleine Löcher, die der Druck offen gelassen hat, werden zugespachtelt. Farbe schafft das nicht: die Schicht ist zu dünn für eine Öffnung und zieht sich stattdessen hinein.
Auf der Grundierung sitzt die Farbe erst richtig, und aus Spachtel, Schleifspuren und rohem Kunststoff wird ein einheitlicher Untergrund. Dazu kommt ein Nebeneffekt, den kein anderer Schritt liefert: unter einem einzigen Ton fällt jede Unebenheit sofort auf. Die wird weggeschliffen, danach grundierst du erneut.
Mehrere dünne Durchgänge statt einer satten Lage. Zu dick aufgetragen läuft der Lack, sammelt sich an Kanten und trocknet ungleich; dünn aufgebaut bleibt die Kontur erhalten und die Deckung wächst langsam.
Den Glanzgrad bestimmt am Ende eine durchsichtige Deckschicht — matt, seidenmatt oder glänzend — und sie schiebt eine Lage zwischen Farbe und Umgebung. Bei Teilen, die oft angefasst werden, hält die Farbe damit länger ordentlich aus.
Lagenhöhe im Druck: Flache Rillen sind schneller weg als tiefe. Grob gedruckt lässt sich ebenfalls straff bekommen, es dauert nur länger.
Wie lange geschliffen wird: Der größte Hebel. Jede weitere Körnung bringt Zeit und eine ebenere Fläche mit sich; der Punkt, an dem du aufhörst, ist das Endbild.
Geometrie: Weite Rundungen und offene Flächen nehmen Schliff und Farbe gleichmäßig an. In tiefes Relief und schmale Nuten kommt kein Schleifpapier.
Kunststoffsorte: Manche Materialien nehmen Farbe bereitwillig an, andere verlangen Zusatzarbeit oder taugen dafür gar nicht.
Glanzgrad: Unebenheiten verschwinden im Matten und treten im Hochglanz hervor. Dasselbe Teil wirkt in beiden Ausführungen wie zwei verschiedene Produkte.
Zwei dieser Größen legst du selbst bei der Bestellung fest, die anderen drei bringt das Teil mit. Zusammen steht damit vor dem ersten Farbnebel fest, wie straff die Fläche wird.
Feinere Schichthöhen hinterlassen flachere Rillen, und flachere Rillen bedeuten weniger Schleifen hinterher: du verlagerst Aufwand vom Handarbeitsplatz in die Druckzeit. Nur verschieben Schliff und Farbe gemeinsam deine Maße, und was das für Passungen und Toleranzen heißt, steht weiter unten.
Am häufigsten unterschätzt wird der Glanzgrad. Wer nicht abschätzen kann, wie viel Schliff ein Teil verträgt, fährt mit matt oder seidenmatt sicherer; Hochglanz setzt eine Fläche voraus, die dem standhält.
Kunststoff hält Lack von sich aus nur mäßig; die Grundierung schafft ihm den Halt und zieht Spachtelstellen, Schleifspuren und rohes Material zu einem einzigen Untergrund zusammen. Der zweite Nutzen war nie geplant und wiegt genauso schwer: erst wenn alles denselben Ton trägt, siehst du, wo die Fläche noch nicht stimmt.
Grundierung und Farbe im Detail →Nicht jeder Kunststoff nimmt Lack gleich bereitwillig an, und wer das falsch einschätzt, merkt es meist erst an der ersten abgeplatzten Stelle. Unkompliziert sind PLA und Resin; ABS und ASA lassen sich gut schleifen und danach lackieren.
Schwieriger wird es bei PETG, das unter dem Schleifpapier eher verschmiert als Staub abzugeben. Und flexibles Material arbeitet unter Belastung, während die Lackschicht starr bleibt: sie reißt oder löst sich ab.
PLA: Bereitwillig beim Schleifen, unkompliziert bei der Farbe.
Resin: Dichter Untergrund mit sehr feinen Lagen. Es bleibt wenig wegzuschleifen und der Lack sitzt gut.
ABS und ASA: Beide gut zu schleifen und zu lackieren. Für Teile im Freien ist ASA zusätzlich das passende Material.
PETG: Zäh. Beim Schleifen verschmiert die Fläche leicht, bis sie eben ist steckt also mehr Zeit darin.
Flexibel (TPU): Dehnt sich unter Last, der Lack kann das nicht mitmachen und platzt oder reißt. Hier lohnt Lackieren in den meisten Fällen nicht.
Beim Schleifen geht Material ab, mit Spachtel, Grundierung und Farbe kommt wieder etwas dazu. Was am Ende übrig bleibt, hängt von der Fläche ab; auf null läuft es nie hinaus. Drei Stellen verraten es zuerst: Kanten runden sich, gravierte Schrift wird unscharf und kann bei kleinen Buchstaben zulaufen, und eine knapp bemessene Passung geht hinterher womöglich nicht mehr zusammen. Sag uns vorab, welche Maße nicht wandern dürfen und welche Flächen ohne Lack bleiben sollen.
Solange die Schicht unverletzt ist, hält sie Feuchtigkeit und UV-Licht ab. An jeder beschädigten Stelle endet dieser Schutz. Eine Zusage für Beständigkeit im Freien geben wir deshalb nicht, und kratzfest oder UV-fest wird ein Teil dadurch auch nicht, dass Lack darauf liegt.
Angegriffen wird zuerst, was heraussteht: Ecken, Kanten und vorstehende Details werden am meisten berührt und tragen gleichzeitig die dünnste Schicht. Darunter liegt weiterhin die Lagenstruktur des Drucks, die über die Jahre Feuchtigkeit hindurchlässt.
Bei einem Teil, das jahrelang am Gartenhaus oder im Schrebergarten bleibt, zählt daher die Materialwahl mehr als der Lack. ASA ist für Wetter und UV-Licht gebaut; ein lackiertes PLA-Teil ist wieder schlicht PLA, sobald die Schicht aufgibt. Geht es dir nur um Farbe und nicht um eine glatte Fläche, steht auf einer eigenen Seite, was 3D-Druck in Farbe direkt aus der Maschine hergibt.
Zieh die STL, OBJ, 3MF oder STEP in das Drucktool und entscheide dich für ein Material. Vermerk in den Anmerkungen den gewünschten Farbton, den Glanzgrad und die Flächen, die maßlich nicht wandern dürfen.