Wie nah ein Druck ans Modellmaß kommt
Hundertstel trifft kein Drucker, und das gehört nicht in die Fehlerliste, sondern in die Konstruktion. Welche Größenordnungen FDM und SLA erfahrungsgemäß erreichen und wie viel Luft eine Verbindung braucht, damit sie sich am Ende fügen lässt, steht unten als Erfahrungswert — nicht als zugesicherte Toleranz.
Zeichne nie auf Null: das ist der praktische Kern. Zwei Bauteile mit demselben Nennmaß lassen sich in der Wirklichkeit nur mit Mühe zusammenstecken, also gehört Luft schon ins Modell. Als Erfahrungswerte aus der täglichen Arbeit bewegt sich FDM um ± 0,5 %, SLA um ± 0,15–0,3 %. Beides sind Erfahrungswerte und keine zugesicherte Toleranz. Nicht das Ob einer Abweichung ist die Frage, sondern ihr Umfang und der Umgang damit.
Mehrere Einflüsse addieren sich dabei. Beim Abkühlen oder Aushärten geht Material zurück, aufgebaut wird in Lagen, und Rundungen wie Überhänge lassen sich schwerer treffen als eine gerade Wand. Grob eingeordnet: bei FDM sind es erfahrungsgemäß ± 0,5 %, wobei unterhalb von etwa ± 0,3–0,5 mm kaum etwas geht und eine sauber abgeglichene Maschine eher ± 0,2 mm schafft. SLA bleibt mit ± 0,15–0,3 % darunter, im günstigen Fall bis herunter zu ± 0,02 mm. Lies ein Maß deshalb als Band und nicht als Punkt.
Was hier steht, sind gängige Richtwerte aus Datenblättern und aus der Werkstatt. Eine Zusage für ein bestimmtes Bauteil ist damit nicht verbunden, und eine Toleranzklasse nach Norm ebenso wenig. Wie es bei deinem Teil ausgeht, bestimmen Geometrie, Werkstoff, Verfahren und Lage im Bauraum. Nenn das kritische Maß in der Anfrage, dann kommt eine Einschätzung dazu zurück.
Welche Abweichung die Verfahren erfahrungsgemäß zeigen
Branchenübliche Richtwerte aus Datenblättern und Technikleitfäden, jede Zahl ein Erfahrungswert und keine Zusage für ein einzelnes Bauteil. SLA bleibt im Regelfall unter den Werten von FDM.
Wie viel Luft eine Verbindung bei FDM braucht
Anhaltspunkte für den Abstand zweier Flächen, ebenfalls Erfahrungswerte. Hängt an der Passung etwas, läuft vor der Serie ein einzelnes Teil zur Kontrolle.
Wo FDM vorn liegt und wo SLA
Beide Verfahren stehen bei uns zur Wahl. Mehr Punkte heißen feineres Detail oder schärfere Maße — eine zugesicherte Toleranz ist damit nicht gemeint.
Der Aufbau erklärt den Unterschied
Am Maß lässt sich ablesen, wie ein Teil entstanden ist. Bei FDM schiebt eine Düse von meist 0,4 mm eine Bahn geschmolzenen Kunststoff neben die nächste, Lage über Lage, üblich 0,1 bis 0,3 mm hoch. Wie fein Details werden, begrenzen Bahnbreite und Schichthöhe; den größten Beitrag zur Abweichung liefert der Schwund beim Abkühlen. Bei SLA härtet Licht flüssiges Resin in Lagen von 0,025 bis 0,1 mm aus. Kanten und Details fallen dadurch schärfer aus, der Werkstoff bleibt dafür spröder.
Praktisch heißt das: feine Schrift, kleine Konturen und scharfe Bohrungen sprechen für SLA. Soll ein großes Bauteil etwas tragen, wiegen Festigkeit und Formtreue von FDM über die ganze Fläche mehr als das letzte Zehntel an Detail. Welches Verfahren zu deinem Teil passt, hörst du beim Hochladen oder auf Nachfrage.
Eine Toleranz beschreibt, wie weit ein Maß abweichen darf, ohne dass das Bauteil unbrauchbar wird. Gib bei einem kritischen Maß an, welche Abweichung noch durchgeht. Zurück kommt die Einschätzung, ob das mit dem gewählten Verfahren erreichbar ist — und wird es knapp, läuft zuerst ein Probeteil.
Drei Quellen der Abweichung
Der Schwund ist die bekannteste: nahezu jeder Werkstoff wird beim Abkühlen oder Aushärten etwas kleiner, und bei großen Teilen und schwundstarken Sorten wie ABS schlägt das kräftiger durch. Die zweite sitzt in den Bohrungen. Ein Kreis wird innen durch ein Vieleck angenähert, also fällt die Bohrung knapper aus als gezeichnet; zeichne sie großzügiger oder sag, dass genau dieses Maß trägt. Die dritte ist die Ausrichtung: stehend gedruckt kommt dieselbe Bohrung anders heraus als liegend.
Diese Abwägung liegt auf unserer Seite. Von dir genügt der Hinweis, welches Maß trägt; Lage und Einstellungen werden darauf ausgelegt. Soll ein Maß auf ein Hundertstel sitzen, ist ohnehin mechanische Nachbearbeitung der richtige Weg: eine Bohrung reiben oder eine Fläche planen bringt dort mehr als jeder Regler im Slicer. Lade das Teil möglichst als STEP-Datei hoch, dann bleiben die Maße am saubersten erhalten.
Vier Gewohnheiten, die Passungen retten
- Luft vorsehen, statt auf das Nennmaß zu konstruieren. Die Werte aus der Übersicht darüber sind ein brauchbarer Ausgangspunkt für Klemmsitz, Gleitsitz und Gelenke.
- Das tragende Maß benennen. Steht in der Anfrage, welches Maß nicht wandern darf, werden Lage, Verfahren und Einstellungen darauf ausgelegt, anstatt das Teil einfach günstig in den Bauraum zu legen.
- Erst eines, dann die Menge. Bei einer Passung, an der etwas hängt, ist das der kürzeste Weg: drucken, messen, die Luft einmal nachziehen. Dasselbe Handwerk steckt im Optimieren für die Fertigung.
- Bei weiten, flachen Flächen den Schwund mitrechnen. Je breiter und flacher das Teil, desto eher redet der Verzug mit — nachzulesen unter Warping.
Damit wandelt sich die Frage: nicht „schafft der Drucker die Toleranz“, sondern „welche Maße tragen, und wie bauen wir darum herum“. Die zweite Frage lässt sich beantworten.
Was zum Maß gefragt wird
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Neben dem Maß entscheiden Lagenrichtung und Oberfläche über die Qualität.
Modell hochladen und dazusagen, welches Maß tragen muss
- Einschätzung zu Luft und erreichbarer Genauigkeit
- FDM oder SLA, ausgewählt nach deinem Bauteil
- Erst ein Probeteil, dann die Menge