Stereolithografie: feines Detail aus flüssigem Harz
Kein geschmolzener Draht, sondern ein UV-Laser, der Bahn für Bahn in ein Becken mit lichtempfindlichem Harz zeichnet — so entsteht ein SLA-Teil. Von allem, was bei uns läuft, kommt dabei die glatteste Fläche und das schärfste Detail heraus. Bezahlt wird das mit Sprödigkeit, einem knapperen Bauraum und zwei Arbeitsschritten, die nach dem Druck noch kommen.
Ra ~1–3 µm bei Schichten von 0,025–0,1 mm: an diesen zwei Zahlen hängt der ganze Reiz des Verfahrens. Weil ein Lichtpunkt sich feiner lenken lässt als eine Bahn aus geschmolzenem Filament, steht SLA bei Kante, Detail und Glätte deutlich über FDM — grob drei- bis zehnmal glatter. Dazu kommt ein zweiter Vorteil: ein durchgehärtetes Harzteil ist nahezu isotrop, die typisch schwache Naht zwischen zwei Lagen fehlt ihm.
Der Ablauf selbst ist schnell erzählt. Flüssiges Harz steht in einem Becken, ein UV-Laser belichtet darin den Querschnitt der jeweiligen Lage, und das getroffene Harz polymerisiert zu Festkörper. Anschließend rückt die Bauplattform um eine Schichthöhe weiter und Harz fließt nach. Nach FDM ist das das zweite Verfahren in unserem Haus. Was es kostet: Standardharz bricht leichter als ein zähes technisches Filament, große Teile passen nicht hinein, und ohne Waschen und Nachhärten ist kein Teil fertig.
Vom Becken zum fertigen Teil
Zuerst legen wir die Lage im Bauraum fest und setzen Stützen an. Typisch für SLA: das Teil hängt kopfüber unter der Plattform und wird Lage um Lage aus dem Harz herausgezogen.
Dann arbeitet der Laser. Er belichtet den Querschnitt, das Harz verfestigt sich und verbindet sich mit der Lage davor. Danach löst sich die Plattform vom Beckenboden, Harz strömt in den Spalt, und die nächste Belichtung beginnt.
Aus der Maschine kommt noch kein fertiges Teil. Es geht erst ins Bad, damit anhaftendes flüssiges Harz abgeht, wird getrocknet, von den Stützen getrennt und zuletzt unter UV-Licht ausgehärtet. Diese Nacharbeit ist der Schritt, der dem Material seine Endfestigkeit gibt.
Isotropie: Weitgehend richtungsunabhängig, weil das Harz chemisch durchvernetzt — die schwache Z-Haftung, die FDM mitbringt, entfällt.
Oberfläche: Unbearbeitet Ra ~1–3 µm. Schichtlinien sind kaum auszumachen, Details bleiben erhalten.
Schichthöhe: Der übliche Bereich liegt bei 0,025–0,1 mm, also 25–100 µm. Dünner belichten heißt glatter, kostet aber Zeit auf der Maschine.
SLA in Kennzahlen
Branchenübliche Erfahrungswerte — weder eine zugesicherte Toleranz noch eine Spezifikation für ein bestimmtes Teil. Geometrie, Harzsorte und Lage im Bauraum verschieben jeden dieser Werte.
SLA neben FDM
Erfahrungswerte für die beiden Verfahren, die wir drucken. Eine höhere Bewertung heißt besser geeignet für diese Eigenschaft.
Stärken von SLA
- Glatte Fläche mit Ra ~1–3 µm, unmittelbar aus der Maschine
- Scharfe Kanten und sehr feine Strukturen
- Richtungsunabhängig, ohne schwache Lagennaht
- Maß und Form halten gut
- Spielt seine Stärke bei kleinen, verwinkelten Teilen aus
Grenzen von SLA
- Bauraum knapper als bei FDM
- Standardharz bricht leichter als ein zähes Filament
- Ohne Waschen und Nachhärten kein fertiges Teil
- Stückpreis liegt meist über FDM
- Flüssiges Harz und seine Dämpfe verlangen Sorgfalt
Frisch aus dem Becken steckt ein SLA-Teil im sogenannten green state: nur teilweise vernetzt und noch nachgiebig. Das Bad holt anhaftendes Harz weg, aber Härte, Festigkeit und Maßhaltigkeit entstehen erst unter der UV-Lampe. Der Schritt gehört damit zum Verfahren und nicht zur Kosmetik.
Harzsorten und wofür sie da sind
Hinter dem Wort Harz steht eine ganze Familie. Vier Gruppen kommen regelmäßig vor:
- Ausbrennbares Harz: verbrennt ohne Rückstand und dient als Modell für Feinguss und Schmuck.
- Wärmebeständiges Harz: hält kurzzeitig mehr Temperatur aus, ohne die Form zu verlieren.
- Zähes Harz, im Handel als tough oder durable: gibt eher nach als zu brechen, passend für Funktionsmuster und Clips.
- Standardharz: das feinste Detail und die glatteste Fläche, dafür bruchempfindlich — die Wahl für Anschauungsstücke und Prototypen, die überzeugen sollen.
Die Auswahl richtet sich danach, was vorn steht: Detail, Zähigkeit oder Wärme. Schreib uns, wozu das Teil dient, dann nennen wir das passende Harz. Nicht geeignet sind unsere Teile für Lebensmittelkontakt, für medizinische Zwecke und für alles mit Sicherheitsfunktion.
Wann passt SLA?
Geeignet für
- Kleine Teile mit komplexer Form
- Flächen, die glatt aussehen müssen
- Feine Schmuck- und Modellbauteile
- Detailreiche visuelle Prototypen
- Präsentations- und Passmodelle
Nimm eher FDM für
- Einen möglichst niedrigen Stückpreis
- Teile, die dauerhaft draußen stehen
- Große, robuste Konstruktionsteile
- Stark belastete oder stoßempfindliche Teile
SLA oder FDM für dein Teil?
Am Ende steht eine einzige Abwägung: Feinheit auf der einen Seite, Festigkeit und Baugröße auf der anderen. Klein, verwinkelt, sichtbar und möglichst sauber — dann SLA. Groß, belastet, funktional und preisbewusst — dann FDM, dessen Zähigkeit und Stückpreis in dieser Lage schwerer wiegen. Wir sehen uns das pro Teil an; lade das Modell hoch oder schildere den Fall, und du bekommst eine Empfehlung mit Begründung.
Worauf du bei einem SLA-Teil achtest
Das Detail stimmt fast immer. Ob das Teil im Einsatz taugt, entscheiden vier andere Punkte:
- Geschlossene Hohlräume. Ohne Ablaufloch bleibt flüssiges Harz eingeschlossen und härtet nie durch. Sehr dünne Wände können beim Waschen oder Nachhärten außerdem verziehen.
- Bruchverhalten. Steif ist Standardharz, nachgiebig nicht. Wo Stöße oder Biegung auftreten, greif zu zähem Harz oder gleich zu FDM mit einem zähen Filament.
- UV-Alterung. Auch ausgehärtet bleibt Harz lichtempfindlich, vergilbt mit der Zeit und wird spröder. Für den Dauereinsatz im Freien gewinnt FDM in ASA.
- Stützspuren. Kleine Ansatzpunkte bleiben auch hier zurück. Über eine überlegte Ausrichtung verlegen wir sie auf Flächen, die später niemand sieht.
Was ein SLA-Teil kostet, rechnet das Drucktool direkt aus. Die Lieferzeit liegt in der Regel bei 7–10 Arbeitstagen und wird bei der Bestellung bestätigt. Nenn uns den Zweck und die Sichtflächen, dann legen wir Harz, Lage im Bauraum und Nacharbeit darauf aus.
Häufige Fragen zu SLA
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Das Harz selbst, das zweite Verfahren aus unserem Haus und eine nah verwandte Harztechnik.
Modell hochladen und den Preis für SLA sofort sehen
- Scharfes Detail und glatte Flächen in Harz
- Lieferzeit in der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt
- Wir empfehlen die Harzsorte zum Zweck
- Gewaschen und nachgehärtet unterwegs zu dir