PolyJet-Druck: ein Modell, mehrere Materialien
Hier arbeitet kein Faden und kein Laser, sondern eine Reihe Druckköpfe. Sie setzen winzige Tropfen flüssiges Fotopolymer ab, und eine UV-Lampe härtet sie im gleichen Zug. Weil jeder Kopf ein anderes Harz führen kann, kommen steife, weiche, klare und farbige Bereiche in einem Stück zusammen. Bei uns laufen FDM und SLA, PolyJet-Teile drucken wir nicht.
Beim PolyJet-Druck wachsen zwei Körper gleichzeitig: das Teil und seine Stütze, beide tropfenweise aus flüssigem Fotopolymer. Die Lagen bleiben dabei mit 14–27 µm extrem dünn. Wer einem Tintenstrahldrucker beim Arbeiten zugesehen hat, kennt das Bild — nur legt diese Maschine tausende Lagen übereinander, bis ein Körper dasteht. Und weil mehrere Köpfe parallel unterschiedliche Harze führen, entstehen Multimaterial- und Farbdrucke in einem Durchgang.
Praktisch heißt das: ein Prototyp bekommt ein steifes Gehäuse, einen nachgebenden Griff, ein klares Sichtfenster und Farbe, alles ohne Montage. Bezahlt wird das mit der Mechanik. Fotopolymere halten weniger aus als Nylon aus dem Pulverbett, sie reagieren auf UV-Strahlung und geben draußen oder in der Wärme rasch nach. Das Verfahren zielt auf Optik und Griffgefühl, nicht auf Belastung. Unsere eigenen Maschinen arbeiten mit FDM und SLA, Materialjetten bieten wir nicht an.
Der Ablauf in drei Zügen
Zuerst fahren die Köpfe über die Bauplattform und setzen Tropfen genau dort, wo später Material sitzen soll — bei Bedarf zwei oder drei Harze in derselben Bahn.
Unmittelbar danach überstreicht eine UV-Lampe das Feld und macht die Lage fest, sodass die nächste Bahn sofort folgen kann. Für Überhänge läuft ein zweites, später entfernbares Material mit.
Am Ende wird dieses Stützmaterial abgespült oder aufgelöst. Weil eine Lage nur ~14–16 µm hoch sein kann, kommt das Teil praktisch glatt aus der Maschine, und Schleifen erübrigt sich meist.
Vollfarbe: Farbe entsteht im Druck selbst, Voxel für Voxel, und ein Lackschritt entfällt.
Multimaterial: Steif, weich, transparent: mehrere Harze und Härten in einem Durchgang.
Schichthöhe: 14–27 µm, also 0,014 bis 0,027 mm — feiner, als SLA es schafft.
PolyJet-Druck in Kennzahlen
Zahlen aus den Datenblättern der Anlagenhersteller, zur Einordnung gedacht. Es ist keine Zusicherung und kein Angebot: unsere Maschinen fahren FDM und SLA.
Wo PolyJet-Druck gegenüber SLA und FDM steht
Eingeordnet gegenüber den beiden Verfahren, die bei uns laufen. Ein höherer Wert bedeutet: dafür ist das Verfahren die bessere Wahl.
Dafür ist PolyJet-Druck stark
- Feinste Details, glatt schon aus der Maschine
- Mehrere Härten in einem Durchgang
- Farbe ohne späteren Lackschritt
- Erste Wahl für Anschauungs- und Griffmodelle
- Kaum Nacharbeit dank dünner Lagen
Daran stößt PolyJet-Druck an
- Belastbarkeit unter Nylon und FDM-Filament
- Fotopolymer altert unter UV-Strahlung
- Nichts für Teile unter hoher Last
- Freie Bewitterung und Hitze setzen ihm zu
- Anlagen teuer, bei kleinen Betrieben nicht vorhanden
Unter Materialjetten fasst man alle Verfahren, die Baumaterial in Tropfenform über Druckköpfe auftragen und im selben Moment aushärten, ähnlich einem Tintenstrahldrucker, nur lagenweise. Der PolyJet-Druck ist der bekannteste Vertreter dieser Familie, und seine Stärken liegen bei Detail, mehreren Materialien und Farbe.
Typische Einsätze und unsere Alternativen
Gefragt ist das Verfahren dort, wo ein Modell überzeugen, aber nichts tragen muss: in der Designbesprechung, beim Ergonomietest, bei Gerätegehäusen in der Entwicklung und bei Verpackungsentwürfen. Ein einziges Teil zeigt dann Steifigkeit, Nachgeben, Durchblick und Farbe jeweils an der richtigen Stelle. Die Oberflächenqualität stimmt dabei von vornherein, weil eine Lage so dünn ausfällt.
Von uns bekommst du das nicht. Was wir dagegensetzen: SLA liefert feines Detail und eine glatte Harzhaut für Anschauungsmodelle, FDM die belastbaren Funktionsteile. Farbe entsteht bei uns über farbigen 3D-Druck im Filament oder über Lack, nicht Voxel für Voxel. Brauchst du zwingend zwei Materialien oder echte Vollfarbe in einem Stück, sagen wir das offen und nennen dir eine Adresse.
Woher die Materialvielfalt kommt
Der Reiz liegt im Mischen. Die Hersteller bieten steife Fotopolymere, die sich wie gewöhnlicher Kunststoff anfassen, weiche Typen in gestaffelten Shore-Härten und klare Harze für Fenster oder Linsen. Die Anlage mischt daraus digital Zwischenstufen, sodass ein Griff nachgibt, während das Gehäuse daneben steif bleibt.
Farbe folgt derselben Logik und wird Voxel für Voxel eingebracht, was ein Präsentationsmodell ohne Lackierkabine möglich macht. Was bleibt, sind die Nachteile des Werkstoffs: Fotopolymer reagiert auf UV-Strahlung, altert und bleibt mechanisch hinter dem Nylon aus dem SLS-Druck oder hinter technischen Filamenten zurück.
Was das für deine Entscheidung heißt
Geht es um Optik, Farbe und Griffgefühl, hat der PolyJet-Druck die Nase vorn. Weil Materialjetten bei uns nicht läuft, bilden wir das mit eigenen Mitteln nach: Harz im SLA-Prozess für feines Detail und glatte Anschauungsteile, FDM für alles, was halten muss, und TPU für gummiartige Partien. Erst wenn wirklich zwei Materialien oder Vollfarbe in einem Stück nötig sind, verweisen wir gezielt weiter.
Nachgefragt zum PolyJet-Druck
Dazu passt
Das Feld, in dem gejettete Teile meist landen, ein verwandtes Pulververfahren und unser eigener Weg zu feinem Detail.
FDM und SLA im Haus, dazu ein offener Rat
- SLA bringt das feine Detail
- Bei Vollfarbe oder Multimaterial nennen wir eine Adresse
- Einschätzung zum passenden Verfahren