Direkt aus der Maschine
Stand: Maße wie in der Datei, jedes Detail erhalten, günstigster Preis. Verlangt: dass du mit sichtbaren Bahnen leben kannst.
Maßlich stimmt ein frisch gedrucktes Teil, optisch nicht. Die Bahnen sind zu sehen, an den Stützpunkten sitzen Reste. Ab hier entscheidet Handarbeit: abknipsen, entgraten, schleifen, füllern, grundieren, Farbe. Und zwar in dieser Reihenfolge, denn jeder Schritt setzt den vorigen voraus.
Ein Missverständnis zuerst, weil daran die meisten Enttäuschungen hängen: Farbe füllt keine Bahnen. Sie liegt als hauchdünne Haut auf dem Relief und reflektiert überall gleich, wodurch jede Rille danach stärker auffällt als vorher. Wer ungeschliffen lackiert, bekommt ein glänzendes Teil mit gut sichtbaren Lagen.
Daraus folgt eine Reihenfolge, und die ist nicht verhandelbar: rau aus der Maschine, Stützpunkte weg und entgratet, geschliffen, gefüllert und grundiert, zuletzt Farbe. Häkchenlisten legen nahe, man könne sich einzelne Posten herausgreifen. Das geht nicht, weil jeder Schritt den Untergrund für den nächsten herstellt. Bei SLA fängst du weiter oben an, weil die Lagen dort kaum zu erkennen sind; welchen Ausgangspunkt du überhaupt hast, hängt an der Oberflächenqualität direkt aus der Maschine.
Zwei Schritte rechnen wir nicht gesondert ab, weil sie zum Druck gehören: Stützpunkte entfernen und säubern, und bei Resin das Waschen samt Aushärten. Schliff, Füller, Grundierung, Lack und Airbrushing sind dagegen Handarbeit am Einzelstück und werden getrennt abgestimmt.
Womit du rechnen kannst.
Stützpunkte gehören zum Druck. Kein Teil verlässt die Werkstatt mit Stützmaterial daran; die Ansatzstellen werden weggenommen und die Kanten entgratet. Bei Resin kommt das Waschen und Aushärten hinzu — kein Finish, sondern ein Teil der Fertigung, ohne den das Stück nicht fertig wäre.
Ab der dritten Stufe zählt jede Minute einzeln. Der Aufwand richtet sich nach Modell, Material und der Frage, wie weit es gehen soll: Entgraten, Schliff, Füller, Grundierung, Lack, Airbrushing, Kleben mit Montage und Polieren.
Manches erklären wir, ohne es anzubieten. Vapor Smoothing braucht eine geschlossene Anlage für Lösemitteldampf und frisst feines Detail; im Auftrag machen wir das nicht. Eine glatte Fläche erreichen wir mechanisch, über Schliff, Füller und Grundierung.
Im Druckpreis enthalten: Stützen abnehmen, Ansatzstellen wegarbeiten, Kanten entgraten. Resin zusätzlich waschen und aushärten, weil sonst unausgehärtetes Harz bleibt und sich das Teil weiter verzieht.
Pro Stück gesondert: Schliff, Füller, Grundierung, Lack, Airbrushing, Fügen und Montieren, Polieren. Jedes Exemplar bringt den Aufwand von Neuem mit.
Nicht im Programm: Vapor Smoothing, Gleitschleifen in der Trommel, Galvanisieren, Metallisieren. Für glatte Flächen nehmen wir den mechanischen Weg.
Was an jeder Haltestelle herauskommt und was sie verlangt.
Stand: Maße wie in der Datei, jedes Detail erhalten, günstigster Preis. Verlangt: dass du mit sichtbaren Bahnen leben kannst.
Stand: keine Reste, keine scharfen Kanten, montagefertig. Verlangt: nichts zusätzlich, das ist im Druck enthalten. Die Bahnen bleiben zu sehen.
Stand: die Bahnen sind weitgehend verschwunden, die Fläche gleichmäßig matt. Verlangt: Arbeitszeit, und es kostet scharfe Kanten sowie feines Relief.
Stand: Poren und Fugen geschlossen, ein einfarbiger Untergrund, der jeden Rest an Unebenheit zeigt. Verlangt: einen Zwischenschliff und Materialauftrag auf jedem Maß.
Stand: Farbe und Oberfläche, nichts erinnert mehr an einen Druck. Verlangt: den größten Teil des Aufwands, und knappe Passungen setzt der Lack zu.
Der Untergrund ist jeweils das Produkt der Stufe davor. Auf einer glatten, ungeschliffenen Wand hält Füller schlecht. Grundierung deckt nicht auf, was noch fehlt — sie zeigt es, und dafür muss vorher gefüllt sein. Lack auf unbehandelten Lagen glänzt bloß, die Struktur steht weiterhin darunter.
Schleifen trägt den Rest: was danach kommt, wird nie besser als der Schliff darunter. Wer diese Stufe auslässt und gleich Grundierung und Farbe bestellt, zahlt für einen Arbeitsgang, der das Problem sichtbar macht statt es zu beheben. Ganz nach oben muss dabei niemand: bei einem Funktionsteil ist nach Stufe zwei meistens Schluss.
Körnung für Körnung wird die Wand eben. Pflicht vor jeder Farbe, und für alles, was man später sieht.
Der Füller schließt, was der Schliff offen lässt; die Grundierung bringt einen einheitlichen Ton und deckt verbliebene Dellen auf.
Eine deckende Schicht rundum, streifenfrei. Für Bauteile, die in einem festen Farbton erscheinen sollen.
Feiner Strahl, von Hand geführt: Übergänge, Schattierung, Akzente. Für Objekte, bei denen das Motiv zählt.
Abschnitte werden zusammengefügt und die Fuge weggearbeitet. Für alles, was größer ist als das Bett.
Nach dem Feinschliff wird die Wand aufgerieben, bis sie spiegelt. Für harte Werkstoffe und klare Teile.
Lackieren bedeutet eine Farbe über das ganze Bauteil, gleichmäßig und ohne Ansätze. Ein Verlauf oder ein Muster lässt sich damit nicht machen.
Dafür gibt es Airbrushing: Schattierungen, Übergänge, mehrfarbige Bemalung auf kleinen Flächen, Schicht für Schicht von Hand. Weil das an jedem einzelnen Stück von Neuem anfällt, ist es die teuerste Stufe, und sie läuft nach Absprache mit Vorlage oder Referenzbild. Steckt der Farbton schon im Filament oder im Harz, entfällt der Auftrag ganz — was direkt aus der Maschine an 3D-Druck in Farbe geht, steht auf einer eigenen Seite.
Wie weit die Nachbearbeitung trägt, hängt am Werkstoff. Flexibles Material fällt klar heraus: es weicht unter dem Papier zurück, und aufgetragene Farbe bewegt sich mit, bis sie reißt oder abplatzt.
Sonst geht es vor allem um die Menge an Schliff, bis eine Wand stimmt. Resin bringt den feinsten Ausgangszustand mit, PETG den zähesten. Für alle gilt derselbe Merksatz: Schliff trägt ab, Lack trägt auf. Wie viel Maßgenauigkeit und Toleranzen schon der Druck mitbringt, steht in der Wissensdatenbank; kritische Maße nennst du besser vorab.
PLA und Resin: Beide nehmen Schliff und Farbe gut an. Resin fängt feiner an, entsprechend weniger Arbeit fällt an.
PETG: Zäh. Unter dem Papier schmiert es eher, als dass es Staub gibt, was länger dauert.
ABS und ASA: Nehmen Schliff gut an und lassen sich gut fügen. Aceton schließt Fugen, greift aber feines Relief an.
Flexibel (TPU): Schliff und Farbe funktionieren hier praktisch nicht. Nimm den Farbton des Werkstoffs.
Jeder Schliff trägt ab, jede Lage Füller, Grundierung und Lack trägt auf. Eine knapp gerechnete Passung sitzt danach vielleicht nicht mehr. Nenn kritische Maße vorher — ein Achsloch, ein Gewinde, eine Klemmstelle —, dann bleiben diese Flächen unbehandelt.
Handarbeit skaliert nicht. Das zweite Exemplar druckt die Maschine ohne Aufsicht; schleifen, füllern und lackieren muss jemand dreißig Mal von Neuem tun.
Beim Einzelstück verschwindet das im Gesamtpreis. In einer Serie dreht sich das Verhältnis, und die Oberfläche wird zum dicksten Posten, dicker als der Druck. Dann ist der Entwurf der richtige Ort für die Lösung: eine Fläche so legen, dass dort keine Stützen entstehen, oder den Farbton über das Material holen statt über Lack. Ein Sondermaschinenbauer, der dreißig Blenden als Muster für eine Hausmesse braucht, spart damit mehr als an jeder anderen Stelle.
Nenn den Einbauort, die sichtbaren Flächen und die Stückzahl. Daraus ergibt sich, welche Stufen sich lohnen und wo du aufhören kannst.