Den Gegenstand oder gute Bilder
Am besten das Teil selbst. Bleibt es, wo es ist, dann scharfe Aufnahmen von allen Seiten, mit Lineal oder Messschieber im Bild.
Ein optischer Scan nimmt die Oberfläche deines Teils auf und gibt sie als Netz zurück, als Geflecht aus Dreiecken. Damit lässt sich nachdrucken oder etwas darum herum konstruieren. Ein änderbares Konstruktionsmodell entsteht dabei nicht.
Ein Netz ist eine digitale Abformung, keine Zeichnung. Tausende Dreiecke bilden die Außenhaut ab, und das reicht für zwei Dinge: das Teil noch einmal drucken und einen Halter, Deckel oder Rahmen daran anpassen.
Weiter reicht es nicht. Eine Bohrung versetzen, eine Wand verstärken, ein Maß nachziehen: nichts davon geht in einem Netz, weil dort keine Flächen und Zylinder benannt sind, sondern nur Punkte und Dreiecke. Zieh an einem Punkt, und du hast eine Delle. Muss das Teil hinterher sitzen oder sich ändern lassen, entsteht daraus ein CAD-Modell, und dieser Schritt trägt den Namen Reverse Engineering.
Ein Scan zeigt außerdem den Ist-Zustand, nicht die Absicht der Konstruktion. Ein ausgelaufenes Zahnrad kommt als ausgelaufenes Zahnrad zurück, samt Riefen und schiefer Flanke. Für die Sicherung eines Zustands ist das genau richtig, auf der Suche nach den Originalmaßen steht es im Weg. Die Technik dahinter beschreibt 3D-Scannen in der Wissensdatenbank.
Eingang, Ergebnis und die Punkte, die vorab geklärt werden.
Punkte im Raum und die Dreiecke dazwischen — mehr steckt in einem Netz nicht. Zylinder, Bohrungen, Flächen: nichts davon ist darin benannt. Skalieren, flicken und drucken lässt sich so ein Netz, auf ein Maß bringen nicht.
Vom Netz zum änderbaren ModellDer Scanner sieht nur, was Licht brauchbar zurückwirft. Spiegelt eine Fläche, schluckt sie das Licht oder lässt sie es durch, wird Handarbeit daraus.
Aufgeworfenes Licht, aus einem zweiten Winkel beobachtet: aus seiner Verzerrung rechnet das Verfahren die Geometrie. Kommt kein verwertbares Signal zurück, bleibt an dieser Stelle ein Loch im Netz, und das muss vor dem Druck zugehen. Wie sich ein Netz kontrollieren und dicht machen lässt, steht bei Modelle prüfen und reparieren.
Für fast jedes dieser Probleme gibt es einen Griff, und jeder kostet Zeit oder berührt das Teil. Mattierspray legt sich als dünner Film über Glanz und Schwarz und geht danach wieder ab; bei einem fertig lackierten Schaustück klären wir das trotzdem vorher. Zerlegbares nehmen wir in Abschnitten auf, und was verborgen bleibt, ergänzen wir mit dem Messschieber. Welche Variante sinnvoll ist, richtet sich am Ziel: ein Netz, das nur in den Druck geht, darf gröber ausfallen als eines, an dem eine Passung hängt — was im Druck realistisch bleibt, steht bei Maßgenauigkeit und Toleranzen. Über das Aussehen entscheidet später ohnehin die Oberflächenqualität und nicht der Scan.
Tiefschwarz, matt wie glänzend: Schwarz nimmt das Licht auf, statt es zurückzuwerfen. Zu wenig Signal, keine Form; die Kanten gehen als Erstes verloren.
Spiegelndes Blech und Chrom: Ein Spiegel lenkt das Licht am Sensor vorbei. Es entstehen Löcher und Rauschen, gegen die ein dünner Mattierfilm meist genügt.
Glas und durchscheinender Kunststoff: Das Licht tritt ein und bricht sich, gemessen wird etwas hinter der Fläche. Mattieren mildert es, klare Teile bleiben Handarbeit.
Schmale Taschen und Hinterschnitte: Ohne Sichtlinie keine Messung: eine enge Bohrung bleibt geschlossen. Also zerlegen, mehr Aufstellungen fahren oder das Maß von Hand nehmen.
Feines Detail und dünne Kanten: Eine scharfe Kante kommt immer leicht verrundet heraus, weil zwischen den Messpunkten gerechnet wird.
Weiche Teile: Gummi, Silikon, dünnes Blech: sie hängen durch und wandern, dann passen die Aufnahmen nicht aufeinander. Aufspannen hilft und friert die Form in dieser einen Lage ein.
Matt, hell und steif: Gleichmäßig gestreutes Licht und ein Teil, das nicht wandert: hier ist keine Vorbereitung nötig.
Die Angaben rundherum bestimmen, wie brauchbar ein Scan wird: worauf wir besonders schauen und was zusätzlich von Hand gemessen wird. Am besten kommt der Gegenstand selbst, denn aufgenommen wird am Teil und nicht am Bild. Existiert das Teil gar nicht mehr und liegt nur eine Idee vor, gehört die Aufgabe zur 3D-Modellierung.
Nenn außerdem die Richtung, aus der später Kraft kommt. Ein Druck hält nicht in jeder Richtung gleich viel aus, und die Lage im Bauraum wirkt mit — Einzelheiten dazu bei Schichtrichtung und Festigkeit. Stammt das Teil aus laufender Fertigung, etwa von einem Sondermaschinenbauer in Niedersachsen oder aus einem Konstruktionsbüro in Sachsen, und soll die Sache unter uns bleiben, sag es: bei Geschäftskunden ist eine Vertraulichkeitsvereinbarung besprechbar.
Am besten das Teil selbst. Bleibt es, wo es ist, dann scharfe Aufnahmen von allen Seiten, mit Lineal oder Messschieber im Bild.
Meist sagt die Umgebung mehr als das Teil. Nenn Maschine oder Baugruppe und ob es klemmt, gleitet oder dreht.
Die Achse, die hineingehört, der Lochabstand, die Höhe eines Anschlags. Solche Maße nehmen wir gesondert auf.
Ein Lagersitz oder eine Passfläche wiegt anders als eine Zierfase. So ist klar, wo es genau stimmen muss.
Schreib, was gebrochen, abgelaufen oder verzogen ist, denn der Scan übernimmt es wortwörtlich. Ein heiles zweites Stück spart viel Raten.
Nachdrucken, ändern oder bloß archivieren: davon hängen Feinheit der Aufnahme und Aufräumaufwand ab.
Ein Scan senkt die Schwelle zum Nachbau, und nicht jeder Nachbau ist erlaubt. Teile, an denen erkennbar ein Urheber- oder Markenrecht hängt, nehmen wir nicht auf und fertigen sie nicht. Der Ersatzdeckel für dein eigenes Gerät ist unproblematisch, der Nachbau eines Markenartikels mit Logo und kennzeichnender Form nicht. Die Rechtslage am Teil beurteilst du als Auftraggeber. Bleibt ein Zweifel, leg den Fall vor dem Versand vor.
Selten endet die Arbeit mit dem Scan. Soll das Teil zurückkommen, wie es war, geht das kontrollierte Netz in die Fertigung, und ab dort ist es gewöhnlicher 3D-Druck: in der Regel 7–10 Arbeitstage, bei der Bestellung bestätigt.
Steht eine Änderung an, eine kräftigere Wand oder eine versetzte Bohrung, ist das Netz nur eine Zwischenstufe und das Teil wird als änderbares Modell neu aufgebaut. Dieser Schritt ist gesondert beschrieben. Soll das Ergebnis am Ende auch etwas hergeben, folgt die Nachbearbeitung, und die läuft von Hand.
Was bei dir landet, halten wir im Auftrag fest: manchmal ausschließlich das gedruckte Teil, manchmal eine Datei zum Weiterarbeiten. Ein festes Rücklieferformat gibt es hier nicht. Brauchst du ein bestimmtes, gehört es in die Anfrage, weil es die Aufbereitung steuert; welche Dateiformate wofür taugen, steht in der Wissensdatenbank. Der Preis folgt aus Größe, Form, Zahl der Aufstellungen und dem, was danach kommt, und den Termin vereinbaren wir im Gespräch.
Vier Wege, je nachdem was mit dem Teil geschehen soll.
Schreib, was vorliegt, wohin es gehört und was hinterher damit geschehen soll. Du bekommst eine klare Auskunft, ob Scannen trägt oder ob ein anderer Weg schneller ist.