Welches Format deine Datei haben sollte

Hochladen kannst du STL, OBJ, 3MF und STEP. Was in diesen vier Dateien steht, unterscheidet sich allerdings deutlich, und daran hängt, wie exakt dein Teil herauskommt und ob sich das Modell später noch bearbeiten lässt.

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CategorieDateien

Eine STEP-Datei trägt die exakte mathematische Form deines Teils, einen Volumenkörper als B-Rep (boundary representation). STL und OBJ legen über dieselbe Form ein Netz aus flachen Dreiecken. An diesem einen Unterschied hängt die ganze Formatfrage. Praktisch heißt das: mit STL kommt der Großteil aller Aufträge bei uns an, und damit läuft alles; STEP gehört dazu, sobald Passungen im Spiel sind oder das Modell noch eine Überarbeitung vor sich hat.

Ein Anschauungsmodell merkt von dem Unterschied nichts. Enge Bohrungen, Passungen und runde Flächen dagegen sehr: die Dreiecksnäherung macht aus einem Zylinder genau betrachtet ein Vieleck, und je grober sie ausfällt, desto kantiger wirken Rundungen und desto weniger tragen die Maße. Wie belastbar Maße im Druck sind, steht bei Maßgenauigkeit und Toleranzen; wie glatt eine Fläche wird, bei Oberflächenqualität. Weiter unten steht Format für Format, was jeweils in der Datei liegt.

Was in der Datei steckt und was fehlt

Entscheidend ist nicht die Endung, sondern der Inhalt. Vier Eigenschaften legen fest, welches Format zu deinem Teil passt, und die letzte davon spürst du am deutlichsten: aus einem Dreiecksnetz wieder einen sauberen Volumenkörper zu machen heißt Reverse Engineering und ist Arbeit, kein Menüpunkt.

  • Geometrie: Hinter STL, OBJ und 3MF steckt ein Dreiecksnetz, also eine angenäherte Oberfläche. STEP liefert einen exakten Volumenkörper als B-Rep, mit echten Zylindern, Flächen und Kurven und ohne Facetten.

  • Einheit: In STEP und 3MF ist die Einheit vermerkt, in STL und OBJ fehlt sie. Daraus entsteht der bekannte Maßstabsfehler.

  • Mehrere Bauteile und Farben: 3MF nimmt Farbe, mehrere Bauteile und Materialien in einer Datei mit. OBJ transportiert Farbe über eine begleitende .mtl-Datei. STL kann von beidem nichts, und die Behelfslösungen dafür passen nicht zueinander.

  • Änderbar im CAD: Als Volumenkörper wieder öffnen und umbauen lässt sich nur STEP. Ein Dreiecksnetz zurückzurechnen ist ein eigener Arbeitsschritt, kein Formatwechsel.

Format für Format

STL (.stl) ist das verbreitetste Druckformat. In der Datei steht ausschließlich die Außenhaut, aufgelöst in eine Liste von Dreiecken mit je einer Normalen und drei Eckpunkten. Binär belegt ein Dreieck 50 Byte, was die Dateien klein hält; als ASCII-STL wird daraus ein Mehrfaches. Einheit, Farbe und Material bleiben außen vor. Für ein fertiges Modell reicht das aus. Achte allein auf die Exportauflösung: sie bestimmt, wie glatt Rundungen ausfallen, und sollte zur Schichthöhe im Druck passen.

STEP (.step, .stp) ist in ISO 10303 genormt und hält die echte Geometrie als B-Rep fest: mathematisch exakte Flächen und Kurven umschließen ein geschlossenes Volumen, die Einheit liegt mit in der Datei. Verbreitet sind drei Application Protocols — AP203 beschränkt sich auf 3D-Geometrie, AP214 nimmt Farbe, Ebenen und Anmerkungen dazu, das jüngere AP242 zusätzlich maschinenlesbare Toleranzen und PMI. Für den Druck spielt die Wahl kaum eine Rolle, weil die exakte Form in jeder der drei Varianten liegt. Bei funktionalen Teilen ist STEP der beste Startpunkt.

3MF (.3mf) ist ein junges, offenes Druckformat und mittlerweile in ISO/IEC 25422 beschrieben. Es schließt die Lücken von STL: Netz, Farbe, Bauteile, Materialien, Einheit und sogar Metadaten zum Druck liegen gemeinsam in einer Datei, und geschlossene Volumen waren von Beginn an vorgesehen. Sinnvoll also, sobald ein Modell aus mehreren Teilen besteht oder die Angabe zum Maßstab mitkommen soll.

OBJ (.obj) arbeitet ähnlich wie STL, kann aber über eine begleitende .mtl-Datei Farbe und Textur mitbringen. Zu sehen ist es vor allem bei organischen Formen und bei gescannten Modellen. Eine Einheit legt es genauso wenig fest wie STL.

Vier Formate im direkten Vergleich

Je höher die Zahl, desto besser passt das Format zur Anforderung in der Zeile. Ein Werturteil über das Format selbst liegt darin nicht.

AnforderungSTEPSTL3MFOBJ
Maße müssen stimmen
Bohrungen und Rundungen
Mehrere Bauteile, mehrere Farben
Einheit liegt in der Datei
Ohne Umweg druckbar
Exportauflösung, auch chord height genannt

Sobald du als STL oder OBJ speicherst, wird die Form durch Dreiecke ersetzt. Der größte Abstand zwischen einem solchen flachen Dreieck und der echten Fläche ist die chord height; je nach Programm läuft sie unter Abweichung, Toleranz oder deviation. Erfahrungswerte liegen zwischen 0,01 und 0,05 mm, grob bei einem Zwanzigstel der Schichthöhe. Wer feiner geht, bekommt rundere Rundungen und eine dickere Datei; unterhalb dessen, was der Drucker umsetzen kann, ändert sich am Teil nichts mehr.

Was beim Export fehlt, kommt nicht zurück

Detail, das die Exportdatei nicht enthält, können wir beim Drucken nicht ergänzen. Geh im Zweifel eine Stufe feiner als nötig, und liefer STEP, sobald es auf die Maße ankommt.

STEP oder doch STL?

Im Volumenkörper von STEP bleiben Form und Maße exakt, und damit bleibt Raum für ein Gespräch über Passungen. STL nähert die Form über Dreiecke an: bei einem fertigen Modell reicht das völlig, bei maßkritischen Teilen ist es die schwächere Wahl. Bei funktionalen Teilen greif im Zweifel zu STEP.

Was Maße im Druck hergeben

Welches Format für welches Teil?

STEP lohnt bei

  • Vorrichtungen und Lehren, bei denen das Maß zählt
  • Bauteilen mit Passungen und einer Funktion
  • gewölbten oder runden Flächen mit exakten Maßen
  • Modellen, die noch eine Änderungsrunde vor sich haben

STL, 3MF oder OBJ genügt bei

  • organischen oder gescannten Formen
  • einem Anschauungsmodell, das nur noch gedruckt wird
  • Modellen mit Farbe oder mehreren Bauteilen; dann 3MF

Sauber exportieren

Die Druckqualität entscheidet sich beim Export, nicht an der Maschine. Vier Punkte, die in fast jedem CAD- und Modellierprogramm vorkommen:

  • Millimeter als Exporteinheit wählen, wo die Software das anbietet. Damit erledigt sich der Großteil aller Maßstabsprobleme von STL und OBJ.
  • Stell die chord height auf 0,01–0,05 mm ein. Je nach Hersteller läuft sie unter tolerance, deviation oder chord height; für die Winkelabweichung sind rund 15° üblich. SolidWorks nennt die passende STL-Einstellung „Fein“, Fusion 360 die Verfeinerung „Hoch“.
  • Ein zusammengeführtes Volumen exportieren. Sollen einzelne Teile getrennt bleiben, ist 3MF das Format dafür.
  • Die Quelldatei aufbewahren. Liegt ein STEP vor, lässt sich über die Ausführung reden; eine fertig vernetzte STL gibt dafür kaum etwas her.

Kurz vor dem Upload

Zwei Dinge lohnen bei STL und OBJ einen letzten Blick: Exportauflösung und Einheit. Da beide Formate ohne Einheitsangabe auskommen, landet ein in Zoll gezeichnetes Modell schon mal um den Faktor 25,4 verschoben bei uns; darauf geht Maßstab und Einheiten ein. Ob das Modell auch sonst druckbar ist, zeigt sich beim Prüfen und Reparieren. Und falls du nicht weißt, welches Format das richtige ist: lade das hoch, was vorliegt. Das Drucktool zeigt die Möglichkeiten direkt an, und wir melden uns, wenn etwas anderes besser passt. Ist ein bestimmtes Format für dich Pflicht, vermerk das in der Anfrage.

Rückfragen zum Dateiformat

Was zu deiner Datei noch dazugehört

Die Endung allein sagt wenig; Maßstab und Geometrie machen den Unterschied.

Modell fertig?

Lad die Datei hoch, der Rest zeigt sich im Drucktool

  • Preis erscheint direkt nach dem Upload
  • Alle vier Formate: STL, OBJ, 3MF, STEP
  • Hinweis von uns, falls das Format nicht taugt
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